Wirtschaft

Booster für deutsche Werke? Mercedes setzt bei E-Antrieb auf eigene Fertigung

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Der jüngst vorgestellte Mercedes Vision EQXX soll batteriebetrieben eine Reichweite von über 1000 Kilometer schaffen können.

(Foto: Mercedes)

Die deutschen Autobauer haben ihren Fokus mittlerweile fest an die Elektromobilität geheftet. Um beim E-Antrieb einmal so souverän wie beim Verbrennungsmotor zu werden, will Daimler einem Bericht zufolge bald die Antriebe vieler Mercedes-Modelle komplett selbst bauen.

Mercedes setzt bei der Elektromobilität in Zukunft stärker auf die eigene Produktion. Einem Bericht der "Automobilwoche" zufolge will das Unternehmen ab 2024 den kompletten Antrieb für die neuen Elektro-Architekturen MMA (für Fahrzeuge bis zum C-Klasse-Format geeignet) und MB.EA (für mittelgroße und große Pkw) selbst bauen. "Dafür erhöhen wir die Wertschöpfungstiefe deutlich und wechseln von einem Fremdbezug auch auf die eigene Fertigung. Bisher kamen die elektrischen Antriebsstränge von externen Partnern", sagte Daimler-Entwicklungschef Markus Schäfer demnach. Dazu gehörten ZF und Valeo Siemens eAutomotive. "Wir wollen das Gesamtsystem von Elektromotor, Batterie und Leistungselektronik möglichst gut beherrschen, ähnlich wie das beim Verbrennungsmotor der Fall ist", sagte Schäfer.

Mit dem beschleunigten Umstieg auf die Elektromobilität würden auch die bereits vereinbarten Stückzahlen wachsen, betonte der Entwicklungschef. "Wir werden sicher global über einen Kapazitätsausbau beim elektrischen Antriebsstrang diskutieren müssen, weil wir bei der Elektromobilität deutlich beschleunigen und 2025 bereits die Hälfte unserer Fahrzeuge rein elektrisch oder als Plug-In-Hybrid auf den Markt kommt." Davon profitierten die Werke, die bisher stark vom Verbrenner abhängig sind.

"Der erste Baukasten mit den Axial-Motoren von Yasa für eine höhere Leistung wird in Berlin angesiedelt sein. Der zweite Baukasten mit den Radial-Motoren von Mercedes für die kompakteren Fahrzeuge wird in Untertürkheim gebaut", kündigte Schäfer an. Damit entspricht das Unternehmen auch einer Forderung des Betriebsrats.

Mercedes hatte seinen eigenen Antrieb erstmals bei der Präsentation des Konzeptautos EQXX vorgestellt. Durch weniger Bauraum und hohe Effizienz sollen vor allem bei den Kompaktwagen deutlich höhere Reichweiten möglich sein. Der EQXX schafft sogar über 1000 Kilometer mit einer Ladung.

Quelle: ntv.de, mpe

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