Wirtschaft

Cryan soll angefragt haben Merkel schließt Hilfe für Deutsche Bank aus

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Anleger reagierten auf die drohende US-Milliardenstrafe mit einer Flucht aus dem Deutsche-Bank-Papier.

(Foto: dpa)

Die von den USA geforderte Strafzahlung über 14 Milliarden Euro von der Deutschen Bank macht der Bundesregierung Sorgen. Doch Merkel will die Bank auf keinen Fall retten - weder mit Geld noch mit diplomatischer Hilfe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Staatshilfen für die Deutsche Bank im Wahljahr 2017 kategorisch ausgeschlossen. Das berichtet das Magazin "Focus" unter Berufung auf Regierungskreise. Auch wolle sich Merkel nicht in den Rechtsstreit der Deutschen Bank mit dem US-Justizministerium einschalten. Das habe Merkel bereits im Sommer bei einem vertraulichen Treffen mit Bankchef John Cryan signalisiert.

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Cryan soll dem Bericht zufolge in dem Gespräch angedeutet haben, dass dem größten deutschen Finanzkonzern eine diplomatische Vermittlung durch die Bundesregierung helfen könnte.

Das US-Justizministerium fordert von der Deutschen Bank eine Zahlung von 14 Milliarden Dollar - als Teil eines Vergleichs im Verfahren um windige Hypothekengeschäfte des Geldhauses in den USA. Die Deutsche Bank teilte umgehend mit, sie beabsichtige nicht, einen Vergleich in dieser Höhe zu schließen und rechne mit einer deutlichen Absenkung der Forderung in den anstehenden Verhandlungen. Die Milliardenforderung hatte Spekulationen darüber ausgelöst, ob die Kapitalausstattung der Deutschen Bank ausreichend ist oder eine Kapitalerhöhung notwendig werden könnte. Letztes dürfte aufgrund der wirtschaftlichen Probleme der Bank schwierig werden.

Sorgen in der SPD-Fraktion

Auch wenn die Bundesregierung mehrfach betonte, sich in den aktuellen Rechtsstreit der Deutschen Bank in den USA nicht einmischen zu wollen - hinter verschlossenen Türen haben Regierungsvertreter sich bereits mehrfach mit dem Thema beschäftigt und ihren Sorgen über die Lage der größten Deutschen Bank Ausdruck verliehen. So wurde die Angelegenheit auch im Ausschuss für Finanzstabilität beraten. Die dem Gremium angehörenden Vertreter des Bundesfinanzministeriums, der Bundesbank und der Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin sollen ihrer "Enttäuschung" über das amerikanische Vorgehen Ausdruck verliehen haben.

Einem Bericht der Finanzagentur Bloomberg zufolge erörterten auch Finanzpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion auf einem vertraulichen Treffen die Lage der Deutschen Bank. Die Abgeordneten sollen demnach diskutiert haben, ob und wie die Bank in der Lage wäre, die Strafe zu bezahlen, falls es bei der vom US-Justizministerium geforderten Summe bliebe.

Quelle: n-tv.de, mbo/DJ

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