Wirtschaft

Auch Digitalgeschäfte wachsen Michelle Obama treibt Bertelsmann-Umsatz

111368409.jpg

Der Millionenseller "Becoming" von Michelle Obama spült viel Geld in die Kassen der Bertelsmann-Tochter Penguin Random House.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bertelsmann blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Umsatz steigt, auch weil die RTL Group ein Rekordergebnis vorlegt. Einer der Erfolgsgaranten ist zudem ein Bestseller, der auch in Deutschland viele Leser fand.

Der Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr spürbar gesteigert. Das Unternehmen profitierte von dem starken Wachstum seiner Digitalgeschäfte und Verkaufsschlagern wie der Biographie der früheren First Lady Michelle Obama. Unter dem Strich ging das Ergebnis wegen Sondereinflüssen hingegen leicht zurück. Für das laufende Jahr zeigt sich das Gütersloher Unternehmen zuversichtlich.

Der Vorstand gehe von einem "steigenden Umsatz und einer weiterhin hohen operativen Profitabilität aus", sagte Vorstandschef Thomas Rabe auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin mit Blick auf 2019. Ihm schwebt ein organisches Wachstum von rund 3 Prozent vor. Das Konzernergebnis soll das fünfte Mal in Folge über einer Milliarde Euro liegen. Einen erneuten Rückgang wie im Vorjahr sieht Rabe 2019 nicht. Der Start ins Jahr war nach Angaben des Konzerns gut.

Der Fokus liegt für Rabe weiterhin auf dem Wachstum aus eigener Kraft. Akquisitionen sind nicht ausgeschlossen, allerdings machte Rabe deutlich, dass bei einem Volumen von 500 Millionen Euro die Schmerzgrenze erreicht sei. Größere Akquisitionen seien auch gar nicht nötig.

Wachstum bei RTL und Penguin Random House

Im abgelaufenen Jahr kletterte der Umsatz um 2,8 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro, es war der höchste Erlös seit 2007. Für Gegenwind sorgten negative Wechselkurseffekte. Positive Beiträge zum Umsatz lieferten die RTL Group - der größte Konzernbereich - mit einem Rekordumsatz sowie der Dienstleister Arvato ab. Auch das Musikgeschäft BMG und der Buchverlag Penguin Random House wuchsen.

6656dbb9e0efad56077497a1e5e1005e.jpg

Rabe und der Vorstand bei der Bilanz-PK.

(Foto: dpa)

Der Verlag profitierte von dem Erfolg der Memoiren der früheren US-Präsidentengattin Michelle Obama. Das Mitte November erschienene Buch verkaufte sich bis Ende 2018 weltweit 7,5 Millionen Mal. Bis zum heutigen Tage waren es rund 10 Millionen Exemplare. "Michelle Obamas Buch hat meiner Einschätzung nach das Potenzial, die größte Memoir aller Zeiten zu werden", sagte Bertelsmann-Vorstandsmitglied Markus Dohle.

Derzeit schreibt der Ex-Präsident Barack Obama an seiner Autobiografie, die Ende diesen Jahres erscheinen soll - ebenfalls bei Penguin Random House. Ein genauer Termin ist noch nicht bekannt gegeben worden. Dohle hofft auf ähnliche Verkaufszahlen wie bei Michelle.

Ebitda geringfügig unter Vorjahreswert

Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr meldete hingegen ein niedrigeres Wachstum, was mit Portfoliobereinigungen begründet wurde. Organisch sei der Umsatz auf Vorjahresniveau geblieben, so Bertelsmann. Das operative Ergebnis lag ebenfalls leicht unter Vorjahr. Einen Umsatz- und Ergebnisrückgang verbuchte auch die Bertelsmann Printing Group, die unter der Zurückhaltung bei vielen Auftraggebern von Druckerzeugnissen litt.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Bertelsmann-Konzerns lag mit 2,59 Milliarden Euro geringfügig unter dem Vorjahreswert von 2,64 Milliarden Euro. Grund für den Rückgang war ein positiver Sondereffekt aus dem Jahr 2017 aus einem Immobilienverkauf, der sich 2018 nicht wiederholte. Auf vergleichbarer Basis stieg das Ebitda um 4,5 Prozent.

Unter dem Strich verdiente die Bertelsmann SE & Co KGaA 1,1 Milliarden Euro nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Rückgang war nicht nur dem niedrigeren operativen Ergebnis geschuldet, sondern auch einer höheren Belastung aus Sondereinflüssen wie Wertberichtigungen sowie gestiegenen Restrukturierungs- und Projektkosten. Darunter fällt auch die Neuausrichtung der Customer-Relationship-Management-Geschäfte (CRM) der Dienstleistungstochter Arvato, die Bertelsmann in eine Partnerschaft mit der afrikanischen Saham Group eingebracht hat.

Quelle: n-tv.de, vpe/DJ

Mehr zum Thema