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Polizei befragt Pravin Gordhan Minister-Vorladung setzt Südafrikas Markt zu

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Das Finanzministerium teilte mit, dass Finanzminister Pravin Gordhan von der Polizei kontaktiert worden sei .

REUTERS

In Südafrika gerät der Finanzminister ins Visier der Polizei. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit droht. Die Märkte reagieren hysterisch: Währung, Aktienkurse und Staatsanleihen geraten unter Druck.

Die polizeiliche Vorladung von Südafrikas Finanzminister Pravin Gordhan hat Investoren verschreckt. Die Landeswährung Rand fiel auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Auch Aktien und Staatsanleihen gerieten unter Druck. Gordhan gerät offenbar wegen seiner früheren Tätigkeit als Chef der Steuerbehörde ins Visier der Polizei. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge müssen Gordhan und andere ehemalige Mitarbeiter am Donnerstagmorgen einer speziellen Polizeieinheit Rede und Antwort stehen. Deren Sprecher wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

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US-Dollar / Rand 14,14

Das Finanzministerium teilte mit, dass der Minister von der Polizei kontaktiert worden sei und er sich rechtlichen Beistand gesucht habe. Detaillierter wollte sich das Ministerium nicht äußern. Gordhan stand der Steuerbehörde SARS zehn Jahre lang bis 2009 vor. Zuvor hatten Medienberichte Spekulationen um einen möglichen Rücktritt Gordhans befeuert. Vergangene Woche hatte dieser Berichte über eine angeblich bevorstehende Verhaftung als "Attacke" gegen das Finanzministerium bezeichnet.

Für Südafrika kommen die Negativschlagzeilen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Finanzminister steht Analysten zufolge wegen drohender Rating-Herunterstufungen durch die Agenturen Standard & Poor's und Fitch unter großem Druck. Die Kreditwürdigkeit des am Rande einer Rezession stehenden Landes könnte dann auf Ramsch-Status sinken. "An den Märkten gewinnt die Geschichte immer mehr an Gewicht", sagte Politik-Analyst Gary van Staden von NKC African Economic. "Je mehr Mutmaßungen, ob wahr oder falsch, dass es eine Kampagne gegen Gordhan gibt, desto schlimmer werden die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen sein."

Anleger werfen Staatsanleihen aus Depot

Der Dollar verteuerte sich zum Rand um weitere 1,3 Prozent auf 14,1700 Rand, nachdem er am Vortag bereits mehr als drei Prozent gewonnen hatte. An der südafrikanischen Börse gerieten vor allem Bankenaktien unter Druck. Der Branchenindex gab mehr als fünf Prozent nach. An der Londoner Börse fielen Anteilsscheine von Unternehmen mit größeren Umsätzen in Südafrika wie Old Mutual und Mediclinic um bis zu fünf Prozent.

Auch südafrikanische Staatsanleihen warfen Anleger aus den Depots: Die Rendite der zehnjährigen Titel kletterte um 46 Basispunkte auf 8,935 Prozent. Zugleich stiegen die Kosten für die Versicherungen von Verbindlichkeiten des Landes. Die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Paketes südafrikanische Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 12.000 auf 242.000 Dollar.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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