Wirtschaft

Aktie stürzt ab Mögliches US-Embargo trifft Chipfirma SMIC

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SMIC ist der größte Chipfertiger in der Volksrepublik, reicht aber nicht an Marktführer TSMC aus Taiwan heran. 

(Foto: imago stock&people)

Die US-Regierung führt eine schwarze Liste, die ausländische Unternehmen sanktionieren soll. Aus noch unbekannten Gründen könnte dort der chinesische Chiphersteller SMIC landen. Obwohl eine offizielle Bestätigung noch aussteht, hat der Medienbericht schon jetzt negative Folgen.

Die Überlegungen der US-Regierung, Geschäfte mit der chinesischen Chipfirma Semiconductor Manufacturing Shanghai (SMIC) deutlich zu erschweren, haben Anleger verschreckt. In Hongkong brach das Papier fast 20 Prozent ein, während das Minus in Shanghai bei rund neun Prozent lag.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump SMIC ins Visier genommen hat. Es werde erwogen, den Auftragsfertiger und Halbleiterhersteller auf eine schwarze Liste zu setzen, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Eine Begründung für das Vorgehen nannte sie nicht. US-Zulieferer müssten sich dann um eine schwer erhältliche Lizenz kümmern, um SMIC zu beliefern.

SMIC erklärte, man stehe komplett unter Schock. Man sei bereit, mit der US-Regierung zusammenzuarbeiten, um Missverständnisse aus der Welt zu räumen. SMIC ist der größte Chipfertiger in der Volksrepublik, reicht aber nicht an Marktführer TSMC aus Taiwan heran.

Embargo könnte Untergang einläuten

Das Embargo hätte dramatische Folgen für den Chiphersteller. "Das Unternehmen könnte innerhalb weniger Jahre untergehen", sagte "Bernstein Research"-Analyst Mark Li. SMIC ist auf eine Reihe von in den USA ansässigen Unternehmen wie Applied Materials angewiesen, um wichtige Produktionsanlagen zu erhalten. Das Forschungsunternehmen Jefferies schätzt, dass etwa die Hälfte der SMIC-Lieferanten US-Unternehmen sind.

Die US-Regierung setzt die schwarze Liste häufig ein, um chinesische Industrien zu treffen. Inzwischen sind dort mehr als 275 in China ansässige Firmen aufgezählt. Für besonders viele Schlagzeilen hatten die Maßnahmen gegen die Netzwerkanbieter Huawei und ZTE gesorgt. SMIC fertigt auch für Huawei.

Quelle: ntv.de, mba/rts