Wirtschaft

Verteuerung der Treibstoffpreise Moeller-Maersk dampft Prognose ein

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Von Factset befragte Analysten hatten dem Konzern 298 Millionen Dollar Gewinn zugetraut.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

Die weltweit größte Container-Reederei Moeller-Maersk rechnet für das Gesamtjahr mit schwierigen Geschäften. Bislang wirkt sich der anhaltende Handelsdisput zwischen den USA und China sogar positiv auf die Zahlen aus, doch das könnte sich schon bald ändern.

Die Containerreederei A.P. Moeller-Maersk A/S schaut nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal pessimistischer auf das Gesamtjahr. Vor allem die möglichen negativen Folgen des anhaltenden Handelsdisputs zwischen den USA und China dürften sich negativ auch auf die Frachtmengen auswirken. Für 2018 erwartet die Gesellschaft aus Kopenhagen, die als Maßstab für den globalen Handel angesehen wird, ein Ebitda von 3,6 bis 4 Milliarden US-Dollar, zuvor reichte die Spanne von 3,5 bis 4,2 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis soll 2018 "positiv" ausfallen, bekräftigte der Konzern.

Moeller-Maersk
Moeller-Maersk 1.157,00

Im dritten Quartal hat Moeller-Maersk dank höherer Frachtraten und Synergien aus der Übernahme von Hamburg Süd mehr verdient als erwartet. Gebremst wurde der Gewinnanstieg durch die deutlicher Verteuerung der Treibstoffpreise, zudem fielen die Mengen geringer aus als erwartet. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 347 Millionen Dollar nach einem Verlust von 1,56 Milliarden im Vorjahr.

Von Factset befragte Analysten hatten dem Konzern nur 298 Millionen Dollar Gewinn zugetraut. Der Umsatz stieg um 31 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls über der Konsensschätzung von 9,9 Milliarden. Die Frachtraten lagen im Schnitt um 5,5 Prozent höher als im Vorjahr.

Der anhaltende Handelsdisput zwischen den USA und China hat sich laut Vorstandsvorsitzendem Soren Skou bisher positiv auf das Geschäft von Maersk ausgewirkt. Denn viele Kunden hätten im Vorfeld weiterer Zollerhöhungen Lagerbestände aufgebaut. Im ersten Quartal 2019 dürfte sich dies umkehren. Entweder würden die Zölle in Kraft treten oder der Konflikt werde gelöst, beides werde zu einem Abbau der Lagerbestände und somit zu einem geringeren Transportvolumen führen. Die Reederei beziffert die Folgen für den globalen Containerverkehr zwischen 2019 und 2020 auf 0,5 bis 2,0 Prozent.

"Aktie ist hin- und hergerissen"

Maersk sieht inzwischen höhere Synergien aus der Übernahme der Hamburg Süd. Sie sollen 2019 mindestens 500 Millionen Dollar betragen, bisher wurde mit 350 Millionen bis 400 Millionen geplant. Das organische Mengenwachstum soll 2018 im Rahmen des marktüblichen Wachstums von 3 bis 4 Prozent liegen. "Aktie ist hin- und hergerissen" Händler sprachen von guten Zahlen, aber einem von politischer Vorsicht geprägten Ausblick. "Die Aktie ist hin- und hergerissen zwischen eigenen Zahlen und einer globalen Bewertung der Branche", sagte ein Händler. Es sei derzeit oft unklar, welche Faktoren sich der Markt herauspicke.

Der Ausblick des weltgrößten Container-Schiffers auf ein Wachstum im globalen Container-Handel zwischen 3 und 4 Prozent 2018 und 2 bis 4 Prozent 2019 sei zunächst sehr positiv. Negativ wirke jedoch die gleichzeitige Warnung, dass der Handelskonflikt USA-China ihn bis 2020 um 0,5 bis 2,0 Prozent einschränken könnte. Gut seien Aussagen, die Integration von Hamburg Süd laufe besser und der geplante "Spin Off" von Maersk Drilling verlaufe planmäßig. Auch das Volumenwachstum im dritten Quartal mit 5,0 Prozent sei sehr stark.

Quelle: jki/DJ