Wirtschaft

Kalifornien-Brände belasten Munich Re sorgt sich um Gewinnziel

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Ausstieg aus Geschäften mit Russland und dem Iran geplant.

(Foto: picture alliance / Lino Mirgeler)

Der Versicherer Munich Re hat sich bereits eine breite Spanne hinsichtlich seiner Gewinnprognose gesetzt. Doch durch die kalifornischen Brände wird wohl eher der untere Teil erreicht. Man sei "einen Notch konservativer", so Konzernchef Wenning.

Die verheerenden Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien lassen die Munich Re an einem Gewinn von mehr als 2,3 Milliarden Euro zweifeln. "Im Lichte der Schadenentwicklung im vierten Quartal wollen wir den Mund nicht zu voll nehmen", sagte Vorstandschef Joachim Wenning in München.

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Er bekräftigte zwar das Ziel, in diesem Jahr auf einen Nettogewinn von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro zu kommen. Der scheidende Finanzvorstand Jörg Schneider hatte sich vor drei Wochen noch optimistisch gezeigt, dass der weltgrößte Rückversicherer in der oberen Hälfte der Spanne landen werde. Nun sei die Munich Re "einen Notch konservativer", sagte Wenning.

Die Brände in Kalifornien kosteten Versicherer und Rückversicherer nach Schätzungen von Experten mehr als zehn Milliarden US-Dollar, einige gingen sogar von 15 Milliarden Dollar und mehr aus. Bei der Munich Re werde wohl ein niedriger, vielleicht auch ein mittlerer dreistelliger Millionenschaden hängenbleiben, sagte der Vorstandschef. Eine genauere Schätzung sei nicht möglich. Die Versicherungsdichte gegen Feuer sei in Kalifornien aber sehr hoch.

Auch die in den vergangenen Wochen abbröckelnden Aktienkurse belasteten die Gewinne, sagte Finanzchef Schneider. Noch habe der Dax-Konzern aber Gestaltungsspielräume.

Mit dem erwarteten Gewinn habe der Versicherer den seit vier Jahren andauernden Abwärtstrend gebrochen, sagte Wenning. Er habe die Geschäftschancen, auch in neuen Feldern wie der Cyber-Versicherung, genutzt. "Für die Jahre 2019 und 2020 bleiben wir unverändert zuversichtlich." Bis zum übernächsten Jahr soll der Gewinn auf rund 2,8 Milliarden steigen.

Aus Geschäften mit Russland und dem Iran will die Munich Re wegen der US-Sanktionen aussteigen. "Wir haben in den USA mehr zu verlieren als im Iran zu gewinnen", sagte Wenning. In den beiden Ländern lägen die jährlichen Prämieneinnahmen jeweils bei Beträgen von maximal 30 Millionen Euro. Die USA sind für die Rückversicherung der weltweit größte Markt.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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