Wirtschaft

Comcast kommt Fox in die Quere Murdoch muss um Sky-Übernahme fürchten

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Sky soll verkauft werden. Der US-Kabelriese Comcast bietet 22 Milliarden Pfund.

(Foto: dpa)

Beim Pay-TV-Anbieter Sky bahnt sich eine Übernahmeschlacht an. Der US-Kabelkonzern Comcast macht dem Sender ein Milliardenangebot und überbietet damit Medienmogul Murdoch. Der hielt die Übernahme von Sky eigentlich bereits für ausgemacht.

Die Übernahme des Bezahlsenders Sky durch Rupert Murdochs Mediengiganten 21st Century Fox könnte doch noch scheitern. Der US-Kabelkonzern Comcast wirft seinen Hut in den Ring und bietet Sky-Aktionären 12,50 britische Pfund je Aktie. Dies seien rund 16 Prozent mehr als Fox geboten habe, teilte Comcast mit. Sky wird durch die Comcast-Offerte mit 22,1 Milliarden britischen Pfund (25 Mrd. Euro) bewertet.

Comcast will Sky gerne komplett übernehmen, sich mindestens aber eine Mehrheit von 50 Prozent plus eine Aktie sichern. Das britische Unternehmen soll den US-Amerikanern als Sprungbrett für die Expansion nach Europa dienen, heißt es. Der Auslandsumsatz würde durch Sky von zuletzt 9 auf 25 Prozent anschwellen.

Die Konzernlenker von Comcast und Fox kennen sich gut. Bis vor kurzem hatte Comcast noch Interesse an Murdoch Medienimperium gehegt, der nun aber zu großen Teilen vom Rivalen Walt Disney geschluckt werden soll. Fox wiederum hält bereits 39 Prozent an Sky.

Rupert Murdoch hatte im vergangenen Jahr Pläne zur Übernahme der verbliebenen 61 Prozent an Sky für 11,7 Milliarden Pfund angekündigt. Die Kartellbehörden haben jedoch davor gewarnt, dass eine vollständige Übernahme des Bezahlfernsehsenders Sky, der auch eine beliebte Nachrichtensendung produziert, Murdoch und seiner Familie zu viel Einfluss in britischen Medien geben könnte.

Die Behörden schlossen aber eine Genehmigung des Deals bei entsprechenden Zugeständnissen nicht aus. Fox verpflichtete sich daraufhin, nach einer Übernahme zehn Jahre lang einen Nachrichtendienst unter der Marke "Sky" in Großbritannien aufrechtzuerhalten. Wettbewerbshüter in Deutschland, Österreich, Irland und Italien sowie die Europäische Union hatten die Übernahme bereits gebilligt.

Quelle: ntv.de, tje/dpa, DJ, AFP