Wirtschaft

Stippvisite in Tübingen Musk-Deal mit Curevac ist "reine Fantasie"

Dass Elon Musk aus dem fernen Amerika nach Tübingen reist, sorgt für ordentlich Gesprächsstoff. Schnell machen Spekulationen die Runde: Handelt es sich nur um einen Besuch oder will sich der Milliardär aus Amerika etwa an Curevac beteiligen?

Der Haupteigentümer des Impfstoffherstellers Curevac, Dietmar Hopp, hat sich positiv zu einer möglichen Zusammenarbeit des Tübinger Unternehmens mit dem Tesla-Chef Elon Musk geäußert. "Für Curevac kann ich sagen, dass man ein sehr großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit Herrn Musk sieht und eine Zusammenarbeit, weit über Impfstoffe hinaus, ausgesprochen positiv beurteilt wird", erklärte Hopp gegenüber "Merkur.de".

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Spekulationen über einen möglichen Einstieg des US-Unternehmers bei Curevac erteilte der Mitgründer des Software-Riesen SAP dagegen eine entschiedene Absage. Entsprechende Überlegungen seien "reine Fantasie". Curevac sei erst seit drei Wochen an der Börse, "mit bislang großem Erfolg" und "bestens durchfinanziert". Zudem gelte nach wie vor "mein Versprechen, dass Curevac eine deutsche Firma ist und bleibt", sagte Hopp gegenüber der Online-Ausgabe des Münchner Merkur. Hopp hält über seine Beteiligungsgesellschaft dievini Hopp Biotech rund 49 Prozent der Curevac-Anteile. Im Juni hatte der Bund angekündigt, über die KfW für 300 Millionen Euro rund 23 Prozent an dem Unternehmen zu erwerben.

Bei einem Besuch von Tesla-Chef Musk ging es demnach um eine bereits seit Längerem bestehende Kooperation von Curevac und der Tesla-Tochter Grohmann zur sogenannten mRNA- oder Boten-RNA-Technologie. Dabei geht es um tragbare Fertigungen für die Entwicklung neuer Impfstoffe und Arzneimittel. Solche Printer sollen Impfstoffkandidaten und andere mRNA-basierte Therapien produzieren können. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt.

Für ihren Corona-Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.

Quelle: ntv.de, jki/rts/dpa