Wirtschaft

Experten zweifeln am Krypto-Boom Musk treibt Bitcoin-Kurs mit Tweet nach oben

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Vielleicht lassen sich Tesla-Fahrzeuge bald wieder mit Bitcoin erwerben.

(Foto: REUTERS)

Mit dem Bitcoin ist es für Elon Musk ein Hin und Her, schließlich beeinflussen seine Tweets den Kurs der Kryptowährung extrem. Mit seinem neuen Gezwitscher treibt er den Kurs nach oben - für Experten auch ein Beweis, dass der Bitcoin als alltägliches Zahlungsmittel wenig Zukunft hat.

Bitcoin hat zum Wochenanfang zehn Prozent zugelegt und ist wieder über die Marke von 40.000 Dollar gesprungen. Für Rückenwind sorgte ein Tweet von Tesla-Chef Elon Musk, der am Wochenende ankündigte, die Kryptowährung möglicherweise wieder als Zahlungsmittel zu akzeptieren, wenn der Einsatz von erneuerbaren Energien bei der führenden Digitalwährung auf etwa 50 Prozent ausgebaut würde.

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"Musks Worte ließen Bitcoin ansteigen", sagte Simon Peters, Marktanalyst bei eToro. "Nach dem Strategieschwenk bedeutet offensichtlich vor dem Strategieschwenk", kommentierte Analyst Timo Emden von Emden Research den Schritt. Musk hatte nach nur sieben Wochen die Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel für ein Elektroauto von Tesla vor einem Monat wieder gestoppt und dies mit dem hohen Energieverbrauch im Kryptosektor begründet.

Schon im Mai hatte Musk in Aussicht gestellt, Bitcoin wieder als Zahlungsmittel zu akzeptieren, wenn das Schürfen der Währung mit nachhaltiger Energie geschehe. Die Kehrtwende des Krypto-Fans Musk hatte den Bitcoin-Kurs einbrechen lassen. "Ob Anleger das Hin und Her Elon Musks am Ende des Tages wirklich abkaufen, bleibt abzuwarten", sagte Emden.

Carstens: "Bitcoin ist nur für zwei Dinge gut"

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Auch wenn mittlerweile amerikanische Franchise-Ketten wie Starbucks Krypto als Bezahlung akzeptieren, gibt es Zweifel am Einzug der geschürften Währung in den Finanzalltag. Der Bitcoin sei laut Agustín Carstens, Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), ein "spekulativer Vermögenswert" und habe "keinen praktischen Nutzen". Die Kryptowährung sei nur für zwei Dinge gut: zum Spekulieren und für Lösegeldzahlungen, sagte er dem "Spiegel". "Kryptowährungen sind keine gute Wertaufbewahrung, weil sie so volatil sind; sie sind keine Tauschmittel, weil sie kaum akzeptiert werden; und eine Bedrohung für echte Währungen sind sie damit auch nicht, weil sie eben nicht den gleichen Verwendungszweck wie diese haben", so Carstens weiter.

Zwar würden Kryptowährungen neben Bezahlmethoden wie Bargeld, Kreditkarten oder PayPal an Bedeutung gewinnen, die staatlichen Zentralbanken werde das laut Carstens nicht beeinflussen. "Kryptowährungen spielen heute und auch in absehbarer Zukunft keine relevante Rolle im Finanzsystem. Daher werden sie die Geldpolitik der Zentralbanken auch nicht beeinflussen", prognostizierte der BIZ-Chef.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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