Wirtschaft

Unmut in Kabine und Küche Neue Streiks bei Lufthansa erwartet

Die Gewerkschaft streikt schon seit Monaten immer wieder.

Die Gewerkschaft streikt schon seit Monaten immer wieder.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schon seit Beginn des Jahres sind Ufo und Lufthansa auf Konfrontationskurs. Immer wieder fallen Flüge aus, gerade zur Ferienzeit. Ungemach steht dem Konzern jetzt auch an einer weiteren Front ins Haus: Auch Verdi droht nun mit einem Ausstand.

Bei der Lufthansa bahnen sich weitere Streiks an. Der Streit zwischen Airline und der Gewerkschaft Ufo geht in die nächste Runde. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, eine umfangreiche Schlichtung sei geplatzt, da Ufo keine konzernweite Friedenspflicht mit dem Verzicht von Streiks bei den Töchtern Germanwings, Eurowings, Cityline und Sun Express habe zusichern wollen. Ufo hingegen machte die Lufthansa dafür verantwortlich. "Es kann weiter Warnstreiks bei der Kernmarke Lufthansa geben", sagte ein Ufo-Sprecher. "Eine kleine Schlichtung bleibt nach unserer Einschätzung erhalten. Die hat aber keine Chance zu befrieden."

Ufo prüft die Situation und wird sich am Mittwochmittag bei einer Pressekonferenz äußern. Die Airline hatte nach monatelanger rechtlicher Auseinandersetzung mit Ufo vergangene Woche mit der Gewerkschaft ausgemacht, bei Lufthansa in die Schlichtung zu gehen und in einem zusätzlichen Moderationsprozess weitere Probleme aus dem Weg zu räumen. Bei den deutschen Töchtern Eurowings oder Sun Express sollten parallel Tarifverhandlungen aufgenommen werden. Beide Seiten müssen noch ihren jeweiligen Schlichter benennen.

Auch Verdi droht mit Streiks

Kurz vor dem geplanten Verkauf der Lufthansa-Catering-Sparte LSG Sky Chefs droht nun auch Verdi dem Unternehmen mit Streiks. "Nach monatelangen Verhandlungen stehen die Beschäftigten kurz vor dem Verkauf der LSG mit leeren Händen da", kritisierte die Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick. Die Ungewissheit und Existenzangst unter den rund 7000 Beschäftigten in Deutschland seien so groß, dass kurzfristige Arbeitskampfmaßnahmen nicht mehr ausgeschlossen werden könnten.

Verdi verlangt Ausgleichszahlungen im Falle von Kündigungen und Lohneinbußen durch den neuen Eigentümer. Damit könne Lufthansa wie versprochen soziale Verantwortung für die Beschäftigten übernehmen. Der Lufthansa-Konzern hat die Tochter LSG Sky Chefs offiziell zum Verkauf gestellt. Sie will aber weiterhin die Dienstleistungen der LSG in Anspruch nehmen. Man hatte zunächst mit drei Bietern verhandelt. Medienberichten zufolge sollen die arabische Dnata und die österreichische Do & Co zwischenzeitlich aber ausgestiegen sein, so dass nur noch der Weltmarktführer Gategroup aus der Schweiz übrig bliebe.

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Quelle: pbu/dpa/rts

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