Wirtschaft

Studie errechnet Schwarzarbeit Neun von zehn Haushaltshilfen nicht angemeldet

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Von den angemeldeten Haushaltshilfen sind 90 Prozent weiblich.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Was ihre Unterstützung im Haushalt angeht, nehmen es viele mit dem Gesetz nicht so genau. Das zeigt eine Studie des Instituts für Wirtschaft. Demnach arbeiten rund 90 Prozent aller Haushaltshilfen in Deutschland schwarz. Eine mögliche Lösung liegt im Arbeitsministerium bereits parat.

In neun von zehn Haushalten in Deutschland werden Haushaltshilfen einer Studie zufolge schwarz beschäftigt. Dies betrifft rund 3,6 Millionen Haushalte, schreibt das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in einer Kurzstudie. Insgesamt kommen Hilfen in etwa jedem zehnten Haushalt zum Einsatz - besonders oft, wenn eine pflegebedürftige Person versorgt werden muss.

Den Unterschied zwischen regulär angemeldeten und illegalen Beschäftigungsverhältnissen im Haushalt hat das IW aus offiziellen Angaben und Umfrage-Ergebnissen errechnet. Demnach sind schätzungsweise 70.000 Menschen sozialversicherungspflichtig oder selbstständig in Haushalten tätig, hinzu kommen rund 330.000 angemeldete Minijobs. Im Vergleich mit Befragungen bleibt so eine gewaltige Lücke, die sich nur mit schwarzarbeitenden Haushaltshilfen erklären lässt.

Von den angemeldeten Minijobbern in Privathaushalten sind 90 Prozent weiblich und fast zwei Drittel von ihnen nach Angaben der Minijobzentrale älter als 50 Jahre. Die Autoren der Studie unterstützen ein von der neuen Bundesregierung geplantes Gutschein-Modell, damit bessere legale Beschäftigungsmöglichkeiten für Haushaltshilfen entstehen.

Nach den Vorstellungen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sollen zunächst Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Haushalte mit Pflegebedürftigen einen jährlichen Zuschuss von bis zu 2000 Euro erhalten, damit sie sich legale Hilfe leisten können.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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