Wirtschaft

Ungemach aus Österreich Nimmt Bad Bank Finanzsektor in Würgegriff?

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die österreichischen Behörden verhängen über den Giftschrank der Hypo Alpa Adria eine Moratorium. Damit werden Forderungen nicht mehr beglichen. Das aber könnte sich massive auf die deutschen Banken auswirken - jeder zehnte Euro Gewinn ist in Gefahr.

Die Nord LB hat Forderungen an die Bad Bank der Hypo Alpe Adria (Heta) in Höhe von 380 Millionen Euro. Davon befinden sich 245 Millionen Euro im Bestand der Konzerntochter Deutsche Hypo, wie die Nord LB mitteilte. Ihre Risikovorsorge für mögliche Zahlungsausfälle wird die Nord LB aufpolstern.

Für sämtliche Forderungen besteht eine Ausfallbürgschaft des österreichischen Bundeslandes Kärnten. Die Nord LB behält sich für den Fall einer Zahlungsverweigerung rechtliche Schritte vor. Die Bank geht aber zunächst davon aus, dass das Bundesland seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen wird.

Das Heta-Desaster könnte nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch den deutschen Bankensektor bis zu zehn Prozent des Nettogewinns kosten. Fitch geht dabei von einem Schuldenschnitt von 50 Prozent aus und davon, dass deutsche Banken etwa 40 Prozent der von dem Moratorium betroffenen Verbindlichkeiten von Heta halten. Beim Immobilienfinanzierer Düsseldorfer Hypothekenbank könnten die offenen Forderungen gar zum Zusammenbruch der Bank führen.

Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte am 1. März ein Schuldenmoratorium bis Mai 2016 angeordnet. Betroffen sind Schulden in einem Volumen von mehr als elf Milliarden Euro, die die Bad Bank mit dem Namen Heta Asset Resolution bis auf weiteres nicht zurückzahlt. In den nächsten zwei Jahren soll nun ein Abwicklungsplan für die Krisenbank ausgearbeitet werden - hohe Verluste für die verbliebenen Gläubiger sind wahrscheinlich.

Moratorium zwingt zu erheblichen Bilanzkorrekturen

Auch andere Banken und Versicherer sind von dem Moratorium betroffen, aber offenbar weniger schlimm als die Düsseldorfer Hypothekenbank. Allerdings verhagelte das Engagement bei der Heta der Deutsche Pfandbriefbank (pbb) die Bilanz des vergangenen Jahres. Sie nahm eine Wertkorrektur von 120 Millionen Euro vor, was rund 30 Prozent der 395 Millionen Euro entspricht, mit denen die Heta bei der pbb in der Kreide steht. Das Vorsteuerergebnis des vergangenen Jahres schmolz so um fast 70 Prozent auf nurmehr voraussichtlich 54 Millionen Euro.

Zuvor hatte auch die belgisch-französische Dexia-Bank erhebliche Wertberichtigungen angekündigt, die sie im laufenden Quartal verbuchen wird. Unter den Landesbanken dürfte die BayernLB am stärksten betroffen sein. Sie hatte die Hypo Alpe Adria 2007 gekauft und zwei Jahre später nach Milliardenverlusten für einen symbolischen Betrag von einem Euro an Österreich zurückgegeben. Ende 2014 stand noch die Rückzahlung unbesicherte Kredite im Volumen von 2,35 Milliarden Euro aus. Der Rückversicherer Munich Re bezifferte den eigenen Abschreibungsbedarf aus dem Engagement bei der Heta mit einem dreistelligen Millionenbetrag.

Alle von der Ratingagentur benoteten österreichischen Banken sind indes "in verkraftbarem Umfang" bei Heta engagiert. Die meisten hätten keine Geschäfte mit dem Heta-Vorgänger Hypo Alpe Adria gemacht oder ihre Engagements nach der Rettung der Bank durch die österreichische Regierung kräftig zurückgefahren.

Quelle: ntv.de

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