Wirtschaft

Köder für die Konsole Nintendo drängt aufs Smartphone

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Eine Frau läuft an einem Werbeplakat für Super Mario Run in Tokio vorbei.

REUTERS

Lange meidet Nintendo den Smartphone-Markt. Jetzt folgt beim japanischen Konzern der Sinneswandel: Gemeinsam mit mehreren Partnern will er neue Spiele für unterwegs entwickeln. Im Zentrum der Strategie steht aber die hauseigene Konsole.

Der japanische Videospielehersteller Nintendo drängt stärker in Richtung Smartphones. Der Konzern wolle seine Zusammenarbeit mit Software-Entwicklern ausbauen, verrieten mit den Plänen vertraute Personen. Durch die Zusammenarbeit wolle Nintendo die Schlagzahl neuer Titel erhöhen. Anteile an den neuen Partnern wolle der Konzern nicht erwerben.

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Der Schritt erfolgt, nachdem eine vor Jahren geschlossene Allianz für den Vorstoß in den schnell wachsenden Markt hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Bereits 2015 hatte Nintendo einen Anteil von zehn Prozent an DeNA übernommen, einem Hersteller von Smartphone-Spielen. Gemeinsam wollten die Unternehmen bis März 2017 fünf Smartphone-Spiele entwickeln. Bislang haben sie lediglich vier vorgestellt. Das jüngste, "Animal Crossing: Pocket Camp", kam im November auf den Markt. Den größten Erfolg im Smartphone-Bereich hat Nintendo bisher mit "Super Mario Run" gefeiert.

Köder für die Nintendo Switch

Nintendo hat den Smartphone-Markt lange gemieden und stattdessen lieber Spiele für die eigenen Konsolen produziert. In jüngster Zeit sehen die Manager Smartphone-Spiele aber als Chance, Gelegenheitsspieler zu ködern und ihnen den Kauf der Nintendo-Konsole Switch schmackhaft zu machen.

Der weltweite Markt für Smartphone-Spiele hat 2016 um 40 Prozent auf rund 50 Milliarden US-Dollar - umgerechnet 42,6 Milliarden Euro - zugelegt, wie aus den Daten des japanischen Dienstleisters Famitsu hervorgeht. Allein Japan und China teilen sich 60 Prozent des Marktes, auf die USA entfallen rund 20 Prozent.

Der Druck auf Nintendo, seine Präsenz im Markt für mobile Spiele auszubauen, wächst also. Jedoch ist der Bereich deutlich weniger lukrativ als der Verkauf von eigenen Konsolen und vor allem der dazugehörigen Spielen, die etwa 60 Euro das Stück kosten.

Quelle: n-tv.de, chr/DJ

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