Wirtschaft

EU-Hoffnungsträger im Verzug Novavax meldet Lieferengpässe für Impfstoff

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In Großbritannien wird mit der Zulassung noch im April gerechnet, in der EU soll es bis zum zweiten Quartal dauern.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Schlechte Nachrichten aus den USA für den weltweiten Impffortschritt: Dem Vakzin von J&J droht wegen ungeklärter Thrombosen eine Impfpause. Bei einem weiteren Hoffnungsträger für die Lockdown-geplagten Europäer stehen Verzögerungen bevor. Der US-Konzern Novavax kämpft mit Lieferengpässen.

Der US-Pharmakonzern Novavax kämpft bei der Produktion seines Covid-19-Impfstoffs mit Engpässen bei wichtigen Zulieferungen. Die angestrebte Gesamtproduktion von 150 Millionen Impfdosen pro Monat werde nun wohl erst im dritten Quartal erreicht, erklärte eine Novavax-Sprecherin. Ursprünglich war das bereits zur Jahresmitte angepeilt worden. Novavax-Vorstandschef Stanley Erck hatte Ende Januar davon gesprochen, dass der Konzern im Mai oder Juni seine volle Produktionskapazität von 150 Millionen Dosen pro Monat erreichen könnte.

Eine Unternehmenssprecherin verwies auf Lieferengpässe etwa bei Einwegbioreaktoren und Filtern, die Novavax zur Impfstoffproduktion benötigt und die nun zu der Verzögerung führen. Deshalb verzögert sich einem Insider zufolge auch der geplante Liefervertrag über bis zu 200 Millionen Impfdosen mit der Europäischen Union, der eigentlich schon zu Jahresbeginn unter Dach und Fach gebracht werden sollte.

Noch ist das Vakzin nicht zugelassen. Nach positiven Studienergebnissen könnte das Mittel allerdings noch in diesem Monat eine Zulassung in Großbritannien erhalten, in den USA könnte es im Mai genehmigt werden. In der EU strebt Novavax einen Zulassungsantrag im zweiten Quartal an. Laut Mitte März veröffentlichten Studienergebnissen ist der Impfstoff zu 96 Prozent gegen das ursprüngliche Coronavirus und zu 86 Prozent gegen die britische Variante wirksam.

Neuer Rückschlag für Impfhoffnungen der EU

Das Vakzin mit dem Namen NVX-CoV2373 ist ein proteinbasierter Impfstoffkandidat, der aus der genetischen Sequenz von Sars-CoV-2 entwickelt wurde. Der Stoff arbeitet mithilfe einer Nanopartikeltechnologie, um ein vom Coronavirus-Spike -Protein abgeleitetes Antigen zu erzeugen. Damit soll die Immunantwort verstärkt und hohe Mengen neutralisierender Antikörper stimuliert werden. Das Vakzin enthält gereinigtes Protein-Antigen und kann sich weder replizieren, noch kann es Covid-19 verursachen. Nach Angaben des Herstellers wird es bei Kühlschranktemperatur gelagert und ist so stabil, dass die bestehenden Kanäle der Impfstofflieferkette für den Vertrieb genutzt werden können.

Die Nachricht ist ein neuerlicher Rückschlag für die Impfkampagne in der EU. Zuvor empfahlen US-Behörden eine Impfpause mit dem Vakzin von Johnson & Johnson, bis ungeklärte Thrombosen nach der Anwendung genauer untersucht worden sind. Auch dieser Stoff ist im Zeitplan vieler EU-Länder bereits fest eingeplant.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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