Wirtschaft

Ende der 2-Prozent-Marke? Nowotny will flexibleres Inflationsziel

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(Foto: REUTERS)

Die EZB strebt eine Inflationsrate an, die mittelfristig nahe, aber knapp unter zwei Prozent liegt. Ratsmitglied Ewald Nowotny würde das gerne ändern.

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny spricht sich für ein flexibleres Inflationsziel der Europäischen Zentralbank aus. "Ich persönlich glaube, dass es vernünftig wäre, etwas mehr Flexibilität zu haben, wie es etwa die israelische oder die tschechische Notenbank gemacht haben", sagte der österreichische Notenbankchef dem "Handelsblatt".

Die EZB strebt eine Inflationsrate an, die mittelfristig nahe, aber knapp unter zwei Prozent liegen soll. In diesem Bereich sieht sie Preisstabilität erreicht. Nach den gerade aktualisierten Prognosen der EZB-Ökonomen wird dieses Ziel in den kommenden Jahren erneut verfehlt: In diesem Jahr soll die Teuerungsrate bei durchschnittlich 1,3 Prozent, 2020 bei 1,4 und 2021 bei 1,6 Prozent liegen.

Die Inflationsentwicklung spielt eine entscheidende Rolle bei der Zinspolitik der EZB. Sie will ihren Leitzins noch bis mindestens in nächste Jahr hinein bei null Prozent halten, um mit billigem Geld Investitionen und Konsum anzuschieben. Das soll die Nachfrage stärken und verhindern, dass sich die Inflationsrate weiter von ihrem Ziel entfernt.

Kritiker der Niedrigzinspolitik fordern schon seit Langem von der EZB, die Zinsen zu erhöhen, obwohl die Zielmarke von zwei Prozent Inflation nicht erreicht ist.  

Er sei dafür, das Zwei-Prozent-Ziel zu erhalten, sagte Nowotny, "aber mit einem Korridor von 0,5 oder einem Prozent auf oder ab". Die US-Notenbank Fed überprüfe derzeit ihre geldpolitische Strategie. "Die Fed hat das eingeleitet, und die EZB ist auch dabei so etwas vorzubereiten", sagte Nowotny. Angesichts des Führungswechsels bei der EZB in diesem Jahr sei es eine natürliche Sache, dass es zu strategischen Überlegungen kommen müsse. Die Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi läuft Ende Oktober aus.

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Quelle: n-tv.de, jga/rts

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