Wirtschaft

Hohe Energie- und Rohstoffpreise Nudeln und Ostereier werden teurer

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Auch das Verbot der Tötung männlicher Küken lässt die Preise steigen.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Wegen des Ukraine-Kriegs erhöhen deutsche Nudelhersteller die Preise. Ostereier kosten in diesem Jahr wegen der hohen Energiekosten mehr. Auch der Tierschutz hat seinen Preis, Engpässe drohen aber nicht. Bei Nudeln hingegen stößt die Belieferung der Supermärkte an Grenzen.

Zum diesjährigen Osterfest müssen Verbraucher für Eier etwas tiefer in die Tasche greifen. Mit leeren Eier-Regalen in deutschen Supermärkten müssen sie aber nicht rechnen. Auch auf dem gesamten europäischen Markt dürfte es nicht zu Engpässen kommen, da die EU Nettoexporteur von Eiern ist. Das erwartet Margit Beck von der Marktinfo Eier & Geflügel. Die deutschen Nudelhersteller kämpfen unterdessen mit den Folgen des Ukraine-Kriegs und erhöhen deshalb ebenfalls ihre Preise.

Eier zeichneten sich über Jahrzehnte dadurch aus, dass sie von der Inflation quasi ausgenommen waren und nie teurer wurden. Doch das gilt nicht mehr. Im Schnitt des Jahres 2021 kosteten zehn Bodenhaltungseier auf Ladenstufe 1,55 Euro, wie Eiermarkt-Analystin Beck sagt. 2020 waren es noch 1,36 Euro, also knapp 20 Cent weniger.

Bedingt ist das sowohl durch steigende Energie- und Futtermittelpreise als auch durch das Tierschutzgesetz: Das seit 1. Januar in Deutschland geltende Verbot der Tötung männlicher Küken macht die Hühnerhaltung teurer. Über Jahrzehnte wurden männliche Küken von Legehennen nach dem Schlüpfen getötet. Nun stehen die Betriebe vor der Wahl, die Eier männlicher Embryonen entweder durch Geschlechtsbestimmung auszusortieren oder die Hähne aufzuziehen.

Kunden hamstern Nudeln

Die Teigwarenhersteller in Deutschland spüren indes massive Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Betroffen sind laut dem Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) die Energieversorgung, Rohstoffbeschaffung, Verpackung und Logistik. Die Unternehmen müssten die gestiegenen Kosten bei ihrer Preisfindung berücksichtigen, andernfalls wäre ihr Fortbestehen nicht möglich, sagte VGMS-Geschäftsführer Peter Haarbeck. Wie hoch die Preiserhöhungen am Ende ausfallen, könne er nicht sagen.

Eine Sprecherin des schwäbischen Maultaschen- und Spätzleproduzenten Bürger teilte mit: "Da auch wir schon jetzt höhere Preise für unsere hochwertigen Rohstoffe bezahlen müssen, ist eine Preiserhöhung unumgänglich." Das Unternehmen aus dem Kreis Ludwigsburg befinde sich momentan in Preisverhandlungen mit seinen Handelspartnern. Rohwaren, Verpackungsmaterialien, aber auch die Transportkosten stiegen extrem. Lieferanten seien aktuell schon nicht mehr in der Lage, Bürger zu den vereinbarten Konditionen zu beliefern, so die Sprecherin.

Haarbeck berichtete zudem, derzeit kämen die Teigwarenhersteller kaum hinterher, die Nachfrage aus dem Einzelhandel zu bedienen. "Wie zu Beginn der Pandemie kaufen die Menschen große Mengen Nudeln, weil sie sehr gut lagerfähig sind." Die Versorgung sei sichergestellt - wenn die Menschen aber weit mehr als notwendig kaufen, bringe das die Logistik von den Herstellern bis zum Supermarkt an den Rand ihrer Kapazitäten.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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