Vorstellung bei CES in Las VegasNvidia überrascht mit neuer KI-Chip-Generation "Vera Rubin"

Der Wettlauf um die Künstliche Intelligenz ist auch ein Rennen um die Dominanz im Halbleitergeschäft. Um immer größere Datenmengen zu verarbeiten, braucht es viel schnellere Chips. Branchenprimus Nvidia stellt jetzt überraschend eine neue Serie vor.
Nvidia hat auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas ihre neue KI-Chip-Generation mit dem Namen "Vera Rubin" vorgestellt. Die Chips sollen in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Normalerweise enthüllt Nvidia Details zu Spezifikationen und Fähigkeiten ihrer neuesten Chips auf der Frühjahrs-Entwicklerkonferenz im Silicon Valley. Dieses Jahr hätten die für KI erforderliche Komplexität der Berechnungen und die immense Nachfrage nach fortschrittlichen Prozessoren zum Trainieren und Betreiben von Modellen die Halbleiterindustrie dazu veranlasst, schneller zu handeln, sagte Nvidia-Chef Jensen Huang auf der CES.
"Die für KI notwendige Rechenleistung schießt in die Höhe", sagte Huang in Las Vegas. "Das Rennen um KI ist eröffnet. Jeder versucht, die nächste Grenze zu erreichen." Mehrere Paradigmenwechsel in der Datenverarbeitung seien der Grund für den Nachfrageschub, sagte Huang. Inferenz, der Prozess, bei dem KI-Modelle auf Benutzeraufforderungen reagieren, "ist jetzt ein Denkprozess", sagte der CEO, und neue Modelle müssten mit immer riesigeren Datenmengen trainiert werden, um KI-Tools das Denken beizubringen.
Nvidia argumentiert schon lange, dass die nächste Phase der KI das ist, was das Unternehmen als "Omniverse" bezeichnet - eine Art Modelltraining, das es der KI ermöglicht, Simulationen der Realität zu nutzen, um zu lernen, wie man sich in realen Situationen zurechtfindet. Zum Beispiel können autonome Fahrzeuge, die von KI-Modellen gesteuert werden, schneller durch Simulationen von Fahrsituationen auf der Straße verfeinert werden, anstatt Tausende Stunden mit realem Training zu verbringen.
Die neuen Vera-Rubin-Server des Unternehmens - benannt nach einer 2016 verstorbenen US-Astronomin, die bahnbrechende Entdeckungen bei der Beobachtung der Bewegung von Himmelskörpern machte - sind darauf ausgelegt, die enormen Rechenlasten zu bewältigen, die erforderlich sind, um diese Simulationen zu erstellen und sie im Modelltraining zu verwenden.
KI-Forscher: "Unglaublicher Generationssprung"
Nvidia hat das neue System unter der Annahme getestet, dass Entwickler bald bis zu 10 Billionen Datenparameter nutzen werden, um KI-Modelle zu trainieren. Mit Rubin-Grafikprozessoren (GPUs) können Entwickler ein solches Modell in einem Monat trainieren, wobei sie nur ein Viertel der Anzahl an Chips benötigen, die sie bei der Verwendung von Nvidias vorheriger GPU-Generation, bekannt als Blackwell, benötigt hätten.
Bei der Inferenz liefert Rubin laut Nvidia eine zehnfache Kostenreduzierung im Vergleich zu Blackwell. Der Konzern hat auch eine Vielzahl von Konnektivitäts- und Speicherprodukten in das neue System integriert, um die Rechenkapazitäten zu beschleunigen, was Nvidia laut Huang zum weltweit größten Unternehmen für Netzwerkhardware gemacht hat, zusätzlich zum größten Hersteller von Computer-Halbleitern.
Daniel Newman, CEO des KI-Forschungsunternehmens Futurum Group, beschrieb Vera Rubin basierend auf den von Huang genannten Spezifikationen als einen "unglaublichen Generationssprung". Er sagte, dass die Enthüllung des Chips so früh im Jahr ein Signal an den Markt sende, dass das Hochfahren der Produktion des Vera-Rubin-Systems im Zeitplan liege und die Server schnell auf den Markt kommen würden. Auch Advanced Micro Devices (AMD) hat auf der Messe seine neuesten KI-Chips mit dem Namen "Instinct MI440X" vorgestellt, die dieses Jahr auf den Markt kommen sollen.