Wirtschaft

"Signal an den Rest der Welt" OECD-Chef Gurria plädiert für Corona-Bonds

In der Corona-Krise geht es Euro-Ländern wie Italien und Spanien wirtschaftlich besonders schlecht. Sie setzen auf die Solidarität Deutschlands oder auch der Niederlande - und fordern Corona-Bonds. Auch die Chefs von OECD und DIW plädieren dafür.

Vor Verhandlungen der Euro-Finanzminister ruft die OECD die Staaten der Währungsunion zur Ausgabe umstrittener Corona-Bonds auf. "Finanzrisiken zu teilen, ist der nächste notwendige Schritt der europäischen Integration", sagte der Generalsekretär der Industriestaatenorganisation, Angel Gurria, der "Süddeutschen Zeitung". "Ich bin absolut dafür", antwortete er demnach auf die Frage, ob die Euro-Staaten Gemeinschaftsanleihen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ausgeben sollten.

"Ein Finanzinstrument sollte keine Glaubensfrage sein", sagte Gurria. Deutschland bekomme dafür, dass es "anderen ein bisschen von seiner Kreditwürdigkeit leiht", viel zurück. "Und das Signal an den Rest der Welt wäre: Europa ist stark." Die Corona-Krise konfrontiere die Euro-Staaten schonungslos mit der Frage, ob sie zu mehr Europa bereit seien.

Unterstützung von DIW-Chef

Bisher sträubt sich unter anderem Deutschland, über Corona-Bonds für hoch verschuldete Partnerländer wie Italien mitzuhaften. Doch auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Marcel Fratzscher, plädierte laut "Rheinischer Post" für Corona-Bonds als Teil eines Hilfspakets für besonders krisengebeutelte Länder. "Die deutsche Wirtschaft ist integraler Teil einer europäischen Wirtschaft, die nur so stark sein kann, wie ihr schwächstes Glied - und dies sind im Moment Italien und Spanien", sagte er dem Blatt.

Es brauche dringend eine europäische Lösung, die diesen beiden Ländern genau die gleichen Möglichkeiten gebe wie Deutschland, die Krise zu bekämpfen und eine wirtschaftliche Depression zu verhindern. Dies sei nicht nur ein Akt der Solidarität, sondern liege auch im Eigeninteresse Deutschlands. "Dazu braucht es sowohl Corona-Bonds als auch eine spezifische ESM-Kreditlinie." Letztere solle den Ländern schnell und unbürokratisch helfen. Corona-Bonds seien wichtig, um langfristig eine Erholung aller Länder in Europa zu ermöglichen.

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Quelle: ntv.de, bad/rts