Wirtschaft

Wachstumsprognosen bestätigt OECD sieht aber mehrere Gefahrenpunkte

Hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft sieht die OECD keinen Anlass, ihre Prognosen zu korrigieren. Allerdings sieht die Organisation mehrere Untiefen, die eine moderate Erholung gefährden. Eine davon ist die Entwicklung der Finanzmärkte.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden und nächsten Jahr bestätigt, aber zugleich vor beträchtlichen Risiken für dieses Szenario gewarnt. In ihrem turnusmäßigen Zwischenbericht zum Wirtschaftsausblick prognostiziert die OECD für 2017 und 2018 unverändert Wachstumsraten von 3,3 und 3,6 Prozent. Sie weist aber darauf hin, dass die Entwicklungen an den Finanzmärkten gegenwärtig nicht mit denen in der Realwirtschaft in Einklang stünden.

Laut einer Arbeitgeber-Befragung werden vor allem in den Branchen Finanzen und Immobilien sowie im Baugewerbe Arbeitskräfte nachgefragt. Foto: Arne Dedert

(Foto: dpa)

"Die mangelnde Übereinstimmung von Finanzmärkten und Fundamentaldaten, Marktschwankungen, finanzielle Anfälligkeit und politische Unsicherheiten könnte die moderate Erholung gefährden", heißt es in dem Bericht. An den Finanzmärkten gebe es eine offenkundige Diskrepanz zwischen den in den Marktpreisen implizierten Wachstumserwartungen und den realwirtschaftlichen Prognosen. Auch könnte die sich zwischen großen Wirtschaftsräumen öffnende Zinsschere zu starken Wechselkursschwankungen führen.

Warnung vor überbewerteten Aktienmärkten

In vielen großen Volkswirtschaften seien die Aktienmarktbewertungen in den vergangenen sechs Monaten trotz deutlich höherer Nominalzinsen gestiegen, obwohl sich die Wachstumsprognosen kaum geändert hätten. So seien in den USA und im Euroraum auch die Gewinnprognosen für Unternehmen nicht angehoben worden. Die bessere Stimmung an den Märkten steht laut OECD zudem im Widerspruch zum langsamen Konsum- und Investitionswachstum.

Die OECD warnt vor der Errichtung von Handelsbarrieren zwischen den USA, Europa und China, die die Einbindung vieler Unternehmen in globale Wertschöpfungsketten beschädigen würden, was die Welt in einen Zustand vor Beginn der Welthandelsgespräche in Doha (2001) zurückwerfen könnte.

Höhere Wachstumsprognosen für Deutschland und China

Ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum 2017 hob die OECD auf 1,8 (bisher: 1,7) Prozent, während die Prognose für 2018 mit 1,7 Prozent bestätigt wurde. Großbritannien traut die OECD 2017 ein Wachstum von 1,6 (1,2) Prozent zu, die Prognose für 2018 wurde ebenfalls unverändert gelassen, bei 1,0 Prozent.

Chinas Wachstumsprognose hob die OECD auf 6,5 (6,4) Prozent beziehungsweise 6,3 (6,1) Prozent an. Reduziert wurden die Wachstumsprognosen 2018 für die USA und Frankreich und zwar auf 2,8 (3,0) und 1,4 (1,6) Prozent.

Quelle: ntv.de

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