Wirtschaft

Eskalation im Nahen OstenÖlpreis steigt kräftig - Börsen droht neuer Sinkflug

20.04.2026, 01:39 Uhr
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Die Straße von Hormus ist weiterhin blockiert. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Vor dem Wochenende verzeichnen die Aktienmärkte aufgrund der Entspannung im Nahen Osten deutliche Gewinne, der Ölpreis fällt. Doch schon kurz darauf verschärft sich der Konflikt wieder. Das dürfte sich bei den Indizes bemerkbar machen.

Die erneute Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Finanzmärkte verunsichert. Der Ölpreis schnellte in die Höhe, während Aktienfutures nachgaben und der US-Dollar als sicherer Hafen gefragt war. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich im frühen asiatischen Handel um rund sieben Prozent auf 96,85 Dollar. Die Futures auf den S&P 500 fielen um etwa 0,9 Prozent. Hintergrund sind Berichte über die erneute Schließung der Straße von Hormus und die Ankündigung des Irans, neue Friedensgespräche mit den USA abzulehnen.

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, das US-Militär habe ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt, das versucht habe, die US-Blockade zu durchbrechen. Der Iran wies daraufhin neue Friedensgespräche zurück, obwohl Trump mit neuen Angriffen gedroht hatte, sollte die Regierung in Teheran seine Bedingungen nicht akzeptieren.

Damit kehrte sich die optimistische Stimmung vom Freitag um. Am Freitag hatte die Ankündigung des Irans, die seit sieben Wochen geschlossene Straße von Hormus wieder zu öffnen, die Ölpreise einbrechen und die Aktienmärkte zulegen lassen. An der Wall Street erreichten die Indizes Rekordhochs. "Die Entwicklungen vom Wochenende könnten diesen Optimismus dämpfen", schrieben Analysten von Westpac in einem Kommentar.

Experte sieht noch keine Panik

Trotz der schlechten Nachrichten sei der Markt noch nicht in Panik, sagte Michael Brown, Stratege bei Pepperstone. Er gehe davon aus, dass ein Großteil der Gewinne vom Freitag wieder abgegeben werde. Der Markt habe sich da etwas zu weit vorgewagt. Sollte jedoch feststehen, dass der Iran nicht an den Gesprächen teilnimmt, würden die Anleger deutlich risikoscheuer reagieren.

Der Dollar-Index =USD, der den Wert des US-Dollar gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, stieg um bis zu 0,3 Prozent auf 98,485 Punkte und erreichte den höchsten Stand seit einer Woche. Der Euro EUR= fiel um 0,3 Prozent auf 1,1731 Dollar. Gegenüber dem japanischen Yen JPY= legte der Dollar um 0,2 Prozent auf 158,945 Yen zu. Auch der australische Dollar AUD= und der neuseeländische Dollar NZD= gaben nach. Kryptowährungen wie Bitcoin BTC= verzeichneten ebenfalls Verluste.

Der Goldpreis fiel um mehr als ein Prozent. Eine Feinunze verbilligte sich auf 4762,09 Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 13. April.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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