Wirtschaft

Zwei Milliarden mehr im QuartalÖlriesen rechnen mit deutlich höheren Gewinnen

10.04.2026, 13:14 Uhr
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Chevron-Chef Michael Wirth kann sich freuen. (Foto: REUTERS)

Obwohl Chevron einen Rückgang der Ölproduktion erwartet, geht der US-Konzern von etwa zwei Milliarden Dollar mehr Gewinn aus. Damit ist der Ölmulti nicht allein in der Branche.

Der US-Ölriese Chevron rechnet aufgrund der seit Beginn des Iran-Kriegs gestiegenen Öl- und Gaspreise im ersten Quartal 2026 mit zusätzlichen Gewinnen von bis zu 2,2 Milliarden Dollar. Das Ergebnis der zuständigen Sparte "dürfte im Vergleich zum vierten Quartal 2025 in Höhe von 1,6 bis 2,2 Milliarden Dollar von den höheren Öl- und Gaspreisen profitieren", erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung an die Börse.

Chevron erwartet im Vergleich zum vierten Quartal 2025 einen Rückgang der Produktionsmenge. Demnach dürfte die durchschnittliche Tagesproduktion bei 3,8 bis 3,9 Millionen Barrel (159 Liter) liegen - im vierten Quartal 2025 waren es 4,04 Millionen Barrel. Das führte der Konzern auf Probleme beim Gemeinschaftsunternehmen Tengizchevroil (TCO) von Chevron, ExxonMobil, KazMunayGas und Lukoil zurück: Nach mehreren Bränden hatte die Firma zeitweise die Felder Tengiz und Korolew in Kasachstan schließen müssen. Zum anderen verweist Chevron auf die geringere Produktion durch den Konflikt im Nahen Osten.

Auch der britische Ölkonzern Shell rechnet wegen der stark gestiegenen Ölpreise mit einem deutlichen Gewinnplus. In der Marketing-Sparte von Shell, zu der insbesondere das weltweite Tankstellennetz gehört, dürften die bereinigten Gewinne des ersten Quartals "deutlich höher ausfallen" als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025, erklärte Shell am Mittwoch. Seine Quartalszahlen veröffentlicht der Konzern am 8. Mai.

Einbußen im LNG-Geschäft

Einbußen könnte Shell allerdings das Geschäft mit Flüssigerdgas (LNG) bescheren. Shell hat langfristige Verträge mit Katar abgeschlossen, dessen LNG-Produktion wegen iranischer Angriffe auf seine Anlagen erheblich eingeschränkt ist. Zudem ist die Straße von Hormus für den Seetransport von LNG blockiert.

Im Februar hatte Shell für 2025 einen um elf Prozent gestiegenen Jahresüberschuss von 17,838 Milliarden Dollar bekannt gegeben, obwohl die Ölpreise im vergangenen Jahr gesunken waren. Der Rückgang sei über das Absatzvolumen und gesunkene Kosten ausgeglichen worden, erklärte der Konzern.

Am Mittwochmorgen reagierte die Shell-Aktie mit einem deutlichen Kursabfall auf die Ankündigung eines Waffenstillstands mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump. Der Ölpreis war daraufhin um rund 15 Prozent gefallen, die Shell-Aktie gab bei Handelsbeginn um sechs Prozent nach.

Quelle: ntv.de, chl/AFP

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