Wirtschaft

Neue Koalition steht Ökonom Fratzscher: Ampel-Vertrag "ambitioniert"

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Marcel Fratzscher.

(Foto: imago/IPON)

SPD, Grüne und FDP bekennen sich zur Schuldenbremse, wollen das fossile Zeitalter hinter sich lassen und den Mindestlohn auf zwölf Euro erhöhen. Die Koalition habe sich viel vorgenommen sagte DIW-Chef Fratzscher. Allerdings sei unklar, wie die Investitionen gestemmt werden sollen.

Ökonom Marcel Fratzscher sieht in dem Koalitionsvertrag einen "vielversprechenden Start". Er halte ihn "für sowohl ausgewogen als auch ambitioniert", sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Gespräch mit ntv. Man finde in dem Vertrag die Handschrift aller drei Parteien und einen "Dreiklang aus Klimaschutz, digitaler Transformation der Wirtschaft und des Staates sowie einer starken sozialen Komponente".

Die Ampel-Koalition habe sich viel vorgenommen. Der Vertrag habe zwei große Stärken, so Fratzscher. Das seien zum einen der Klimaschutz und zum anderen der Bereich Arbeitsmarkt und Soziales. Der schwächste Teil sei allerdings die Wirtschaftspolitik. "Da hätte ich mir mehr neue Pläne gewünscht", sagte Fratzscher.

Dagegen sei es "extrem klug", den Bereich Klimaschutz im Wirtschaftsministerium anzusiedeln. "Gute Wirtschaftspolitik ist gute Klimapolitik", sagte der DIW-Chef. Es sei ambitioniert, "ein so großes Ministerium mit so großen Aufgaben" zu leiten. Es gilt als sicher, dass Grünen-Co-Chef Robert Habeck das Ressort führen wird. Fratzscher betonte, er sei nun wichtig, dass auch die deutsche Wirtschaft diese Transformation hinbekommt,

Es sei richtig, dass die Schuldenbremse 2023 wieder eingehalten werden solle. Doch sei unklar, wie die angekündigten Investitionen finanziert werden sollen, kritisierte Fratzscher und ergänzte: "Mir fehlen die konkreten Aussagen, wie die angekündigten Investitionen gestemmt werden." Die Koalition müsse bald sagen, ob sie das "an der Schuldenbremse vorbei machen will durch Schattenhaushalte."

Quelle: ntv.de, jga

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