Wirtschaft

EU-Behörde warnt vor Gefahren Onlinehandel mit verbotenen Artikeln steigt

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In Kinderspielzeug finden die Behörden immer wieder gefährliche Weichmacher.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Mehr als 2000 riskante Produkte melden Behörden über das EU-Warnsystem Rapex. Die meisten gefährlichen Artikel kommen aus China - auch deswegen wird die Überwachung des Onlinehandels immer wichtiger.

Gefährliches Spielzeug, giftige Kleidung, unfallträchtige Autos: Die Verbraucherbehörden in Europa haben im vergangenen Jahr mehr als 2000 Mal wegen riskanter Produkte Alarm geschlagen. Auf der Grundlage folgten europaweit 3800 Rückrufaktionen, Verkauf- oder Importstopps - deutlich mehr als in früheren Jahren, wie die EU-Kommission berichtete.

Spielsachen waren mit 26 Prozent die größte Gruppe der verdächtigen Produkte, auch weil für sie besonders strenge Maßstäbe gelten. Zweitwichtigste Produktgruppe waren motorisierte Fahrzeuge (18 Prozent), auf Platz drei folgten Textilien und Modeprodukte (13 Prozent). Die Gesamtzahl der als gefährlich eingestuften Produkte ging mit 2044 im Vergleich zu 2015 insgesamt leicht zurück.

Gleichzeitig stieg der Onlinehandel mit solchen Produkten, die von nationalen Behörden bereits aus dem Markt genommen wurden. Bei 244 Artikeln sei dies im vergangenen Jahr der Fall gewesen. "Deshalb bin ich erfreut, dass wir mit Amazon, Ebay und Alibaba übereinkommen konnten, gemeinsam Produkte aus dem Verkauf zu nehmen, die über das Schnellinformationssystem gemeldet wurden", sagte EU-Verbraucherschutzkommissarin Vera Jourova.

Viele Produkte bergen Verletzungsrisiko

Mehr als die Hälfte der mit Warnungen versehenen Produkte stammte laut EU-Kommission aus China. Ihr Anteil fiel mit 53 Prozent aber deutlich geringer aus als 2015. Damals waren noch 62 Prozent der gefährlichen Artikel chinesischer Herkunft. 468 Warnungen betrafen europäische Produkte.

Bei 25 Prozent der gefährlichen Produkte gab es laut EU-Kommission ein Verletzungsrisiko. Außerdem ging bei knapp jedem vierten von ihnen Gefahr durch unerlaubt verwendete Chemikalien aus. Erstickungsgefahr wurde bei 14 Prozent der Produkte festgestellt, Elektroschocks waren bei elf Prozent der gemeldeten Artikel nicht auszuschließen, neun Prozent konnten potenziell in Brand geraten.

Insgesamt sei das EU-Schnellwarnsystem Rapex von nationalen Behörden stärker genutzt worden, betonte Jourova. Deutschland war dabei im vergangenen Jahr mit 319 Meldungen der aktivste Nutzer und reagierte seinerseits 1400 Mal auf Alarme im System. Als positives Beispiel nannte Jourova außerdem die Reaktion Großbritanniens, das das explosionsgefährdete Samsung-Smartphone Galaxy Note 7 über das System meldete, eine Rückholaktion startete und den weiteren Verkauf des Mobiltelefons verbot. Unfälle wie Verbrennungen seien mit dem Gerät aber nicht registriert worden.

Die europäischen Behörden alarmieren sich seit 2004 gegenseitig über Rapex, wenn irgendwo in der EU und drei weiteren beteiligten Ländern ein gefährliches Produkt entdeckt wird. Dann können alle reagieren.

Quelle: n-tv.de, ara/AFP/dpa

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