Wirtschaft

Mit 43 Jahren an Krebs gestorbenOnlyfans-Eigentümer Leonid Radvinsky ist tot

23.03.2026, 16:26 Uhr
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Im Jahr 2024 verzeichnete das Unternehmen mehr als 4,6 Millionen Creator-Accounts und rund 377 Millionen Fans und erzielte einen Umsatz von 1,4 Milliarden US-Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro). (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Mit seiner Erotikplattform revolutionierte Leonid Radvinsky die Pornoindustrie. Onlyfans ist eine der umstrittensten nutzergenerierten Plattformen. Er selbst lebte eher zurückgezogen. Nun ist Radvinsky einer schweren Krankheit erlegen.

Der Eigentümer der Erotikplattform Onlyfans, Leonid Radvinsky, ist nach Angaben seines in London ansässigen Unternehmens mit 43 Jahren an Krebs gestorben. "Wir sind zutiefst betrübt über den Tod von Leo Radvinsky. Leo ist nach einem langen Kampf gegen den Krebs friedlich eingeschlafen", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Die Familie des Unternehmers bittet "in dieser schweren Zeit um Privatsphäre."

Radvinsky wurde in der ukrainischen Hafenstadt Odessa geboren und zog mit seiner Familie als Kind nach Chicago. Zuletzt lebte er zurückgezogen in Florida. 2018 kaufte der ukrainisch-amerikanische Unternehmer die Mehrheitsanteile an der Erotikplattform von dem britischen Gründer Tim Stokely und seinem Vater Guy, die die Website 2016 gegründet hatten.

Onlyfans verdient Geld, indem es eine Gebühr von 20 Prozent auf alle Abonnements oder Inhalte erhebt, die über die Plattform verkauft werden. Während der Corona-Pandemie erhielt die Plattform einen großen Popularitätsschub, als viele Darsteller der Erwachsenenfilmbranche und Sexarbeiter online nach alternativen Einkommensquellen suchten.

Die Erotikplattform funktioniert ähnlich wie Instagram oder Facebook. Menschen teilen Inhalte auf einem Profil, dem die Nutzer folgen können. Es gibt auch die Möglichkeit, sich privat Nachrichten zu schicken. Der große Unterschied: Man muss zahlen, um mehr von den Inhalten sehen zu können. Die ersten Kosten fallen teilweise schon beim Abonnieren an.

Auf Onlyfans ziehen sich auch Prominente und Influencer für ihre Follower aus. Wie viel nackte Haut sie zeigen, ist auch abhängig von den Wünschen der Fans und wie viel sie bereit sind zu zahlen. Neben pornografischen Inhalten gibt es dort auch Angebote zu Themen wie Fitness und Ernährung. Laut Bloomberg revolutionierte Radvinsky mit dem Geschäftsmodell von Onlyfans die Pornoindustrie, da es den Urhebern ermöglicht wurde, direkt für ihre Inhalte Geld zu verlangen. Damit sei Onlyfans zugleich auch eine der umstrittensten nutzergenerierten Plattformen seit Facebook.

Radvinsky hatte zuletzt Gespräche über den Verkauf einer 60-prozentigen Beteiligung an Onlyfans geführt, wodurch der Unternehmenswert der Plattform auf rund 5,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde. Sein Tod werfe laut Bloomberg nun Fragen zur Eigentumsstruktur der Plattformen auf.

Architect Capital, eine wenig bekannte Investmentfirma mit Sitz in San Francisco, habe Gespräche aufgenommen, um ein Übernahmeangebot mit Eigenkapital und rund zwei Milliarden US-Dollar Fremdkapital zu unterbreiten, wird eine mit der Angelegenheit vertraute Person von Bloomberg zitiert. Mit Stand Februar sollen sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium befunden haben, sagte der Insider, der anonym bleiben wollte, da die Beratungen vertraulich seien.

Im Jahr 2024 verzeichnete das Unternehmen mehr als 4,6 Millionen Creator-Accounts und rund 377 Millionen Fans und erzielte einen Umsatz von 1,4 Milliarden US-Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro). Radvinsky hat sich laut Bloomberg seit 2021 rund 1,8 Milliarden US-Dollar (rund 1,55 Milliarden Euro) an Dividenden von der Plattform ausgezahlt.

Quelle: ntv.de, gut

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