Wirtschaft

Weitere Kooperation mit Moskau Opec und Verbündete vereinbaren Förderlimit

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Die Ölproduzenten sind in Sorge, dass Chinas Nachfrage nachlässt.

(Foto: picture alliance / Larry W. Smit)

Trotz der anhaltenden Spannungen am Persischen Golf einigen sich die Opec-Mitglieder und die mit ihr kooperierenden Staaten auf eine Verringerung der Erdöl-Förderung. Auch bei der Frage, ob man weiter mit Russland zusammenarbeiten soll, fällt das Kartell eine Entscheidung.

Die von Russland angeführte Staatengruppe, die mit de Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) eine Allianz bildet, hat sich auf eine Verlängerung der Produktionskürzungen um neun Monate bis ins erste Quartal 2020 verständigt. Das bestätigten Opec-Beamte in Wien. Die Opec konnte damit trotz der zunehmenden Spannungen unter ihren Mitgliedern am Persischen Golf eine Einigung erzielen.

Dass sich die Opec und ihre Verbündeten auf einen so langen Zeitrahmen von neun Monaten verständigten, ist ungewöhnlich. Solche Absprachen gehen selten über sechs Monate hinaus. Doch die großen Ölproduzenten sorgen sich zurzeit, dass Chinas Nachfrage durch den Zollstreit mit den USA gebremst werden könnte.

Iran zunächst gegen Russland-Kooperation

Während die Opec sich vergleichsweise rasch auf Förderkürzungen einigte, geriet sie in eine Sackgasse bei der Frage, ob sie nach Ablauf des Neunmonatsplans mit Russland und seinen Verbündeten weiter zusammenarbeiten soll, um die Ölmärkte zu beeinflussen. Zunächst opponierte der Iran dagegen, doch nach fünfstündigen Marathongesprächen und gesonderten Verhandlungen zwischen iranischen und saudischen Vertretern erzielten beide Seiten einen Kompromiss in Richtung einer langfristigen Zusammenarbeit mit Russland, wie Opec-Vertreter sagten. Für die Opec ist die Partnerschaft mit Russland wichtig, um mit den US-Schieferproduzenten zu konkurrieren. Die Mitglieder des Kartells müssen der Zusammenarbeit aber noch zustimmen.

"Ich denke, der Einfluss Russlands ist willkommen", sagte der saudische Energieminister Khalid al-Falih auf die Frage nach dem Einfluss Russlands auf interne Opec-Angelegenheiten. "Ich glaube nicht, dass Russland das Sagen hat. Russland diktiert uns nicht und wir diktieren ihnen nicht", sagte der Minister.

Die 14 Opec-Mitgliedstaaten diskutieren seit Montag darüber, wie der globale Ölmarkt ausgeglichen werden kann. Das Kartell und seine Verbündeten hatten sich im Dezember auf Produktionskürzungen für sechs Monate verständigt, der Ölpreis war daraufhin bis April um 22 Prozent gestiegen.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ/dpa