Wirtschaft

"Es wird noch etwas Lärm machen" PSA-Chef bleibt bei Opel hart

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Bei Opel in Eisenach wird mal wieder protestiert. Und wieder kämpft das Land um Arbeitsplätze.

(Foto: REUTERS)

Der Konflikt um die Zukunft des Autobauers Opel scheint festgefahren - und es deutet sich auch keine Bewegung an. Den Aktionären nimmt der Konzern die Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Zugleich sieht er das Opel-Management in der Pflicht.

PSA-Chef Carlos Tavares rechnet mit langen Sanierungsverhandlungen für die deutschen Opel-Werke. "Das wird noch einige Wochen dauern", sagte er beim Aktionärstreffen des Autokonzerns. "Seien Sie nicht überrascht, das wird noch etwas Lärm machen", meinte Tavares. "Seien Sie nicht erstaunt. Das ist ein Teil dessen, was man machen muss, um dieses Unternehmen wieder auf die Schienen zu bringen." Er wies darauf hin, dass es in Großbritannien, Polen, Spanien, Ungarn und Österreich bereits Vereinbarungen mit den Sozialpartnern gebe. Die Sanierungsgespräche für die deutschen Opel-Werke sind bisher ohne Ergebnis. Die IG Metall hatte PSA Erpressung vorgeworfen und einen detaillierten Unternehmensplan gefordert.

PSA Peugeot Citroën
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Derweil protestierten vor dem Thüringer Opel-Standort Eisenach rund 1400 Beschäftigte, Metaller sowie Landespolitiker gegen drohenden Stellenabbau. Nach Angaben der IG Metall ist bisher nur die Produktion eines großen Geländewagens mit einer Jahresstückzahl von unter 100.000 Fahrzeugen für Eisenach im Gespräch. Damit hätten nur knapp 1000 der derzeit 1800 Beschäftigten eine Perspektive. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow rief Unternehmens- und Arbeitnehmervertreter zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Das Werk sei "für den Bau von 180.000 Fahrzeugen jährlich konzipiert", sagte er im MDR.

Tavares sagte in Paris, die Fixkosten bei Opel seien bereits um 17 Prozent gesunken. Er zog vor den Anteilseignern eine insgesamt positive Bilanz der Übernahme: "Wir sind überhaupt nicht enttäuscht." Er betonte die Bedeutung des Opel-Managements für die Umsetzung des Sanierungsplans.

219.000 Fahrzeuge stehen unverkauft rum

PSA setzte im ersten Quartal dieses Jahres insgesamt 1,05 Millionen Fahrzeuge ab. Im Gesamtjahr könnte erstmals die Marke von vier Millionen Fahrzeugen übersprungen werden, kündigte Tavares an. Der Konzernumsatz stieg im ersten Vierteljahr inklusive Opel kräftig um gut 42 Prozent auf rund 18,2 Milliarden Euro. Auf die Opel-Sparte - dazu gehört auch die britische Schwestermarke Vauxhall - entfiel dabei ein Erlös von 4,84 Milliarden Euro. Zum Gewinn machte PSA keine Angaben. 2017 waren es unter dem Strich 1,9 Milliarden Euro gewesen und damit so viel wie nie. Opel und die britische Schwester Vauxhall machen aber weiterhin Verlust.

Unter PSA-Regie verkaufte Opel/Vauxhall in den ersten drei Monaten exakt 274.679 Autos. Das waren rund 40.000 Stück weniger als der Vorbesitzer General Motors vor einem Jahr berichtet hatte. Zudem stehen 219.000 Fahrzeuge der im August zugekauften Marken unverkauft auf den Höfen des Herstellers oder seiner Händler. Also fast der Absatz eines Quartals.

Die Hauptversammlung gab derweil grünes Licht für eine Sonderzahlung in Höhe von einer Million Euro an Tavares wegen der Opel-Übernahme. Laut einem Dokuments kommt der Konzernchef auf ein Jahresgehalt - einschließlich Aktien - von 6,7 Millionen Euro. An PSA sind unter anderen die Familie Peugeot, der chinesische Hersteller Dongfeng und der französische Staat beteiligt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP