Wirtschaft

Dürre gefährdet Wasserstand Panamakanal führt Süßwassergebühr ein

128423197.jpg

Ein Frachtschiff beendet seinen Transit durch den Panamakanal auf der Pazifikseite.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Panamakanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik und ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Aber die anhaltende Trockenheit gefährdet einen zuverlässigen Kanalbetrieb. Eine neue Gebühr soll dem vorbeugen.

Die Verwaltung des Panamakanals erhebt in Zukunft eine Süßwassergebühr, um den Kanalbetrieb sicherzustellen. Ohne entsprechende Maßnahmen könnte der Wasserpegel des Gatún-Sees durch die anhaltende Trockenheit so weit sinken, dass der Betrieb der Schleusen beeinträchtigt würde, teilt die Kanalverwaltung mit. 2019 sei in dem Einzugsgebiet das fünftregenärmste Jahr der vergangenen sieben Jahrzehnte gewesen. Zudem führten höhere Temperaturen zu stärkerer Verdunstung, hieß es.

Ab dem 15. Februar sollen den Angaben zufolge Schiffe von mehr als 125 Fuß (rund 38 Meter) Länge zusätzlich 10.000 US-Dollar (knapp 9000 Euro) pro Passage sowie eine weitere Summe zahlen, die vom Stand des Sees abhängt. Damit und mit weiteren Maßnahmen sollen die Verfügbarkeit des Wassers sowie die Verlässlichkeit des Kanalbetriebs sichergestellt werden. Die Kanalverwaltung werde in Projekte für eine nachhaltige Wasserversorgung investieren, erklärte sie.

Kleine Boote haben für die Nutzung des Kanals bisher eine Gebühr von knapp 1000 Dollar bezahlt. Für große Frachter waren es gut 70 Dollar pro Container plus Gebühren für Personal, Betten und ähnliches. Für die bisher teuerste Passage hat ein japanischer Frachter im Juli 2016 829.468 US-Dollar bezahlt. Durch die Gebühren nimmt das Land jedes Jahr eine Milliardensumme für seinen Haushalt ein.

Pro Jahr 14.000 Schiffe

Die USA hatten die Verwaltung des Kanals am 31. Dezember 1999 wieder an Panama übergeben. Bei einer Zeremonie zur Feier des 20. Jahrestags bezeichnete der Verwaltungschef des Panamakanals, Ricaurte Vásquez, den Klimawandel vor zwei Wochen als größte Herausforderung für die Wasserstraße.

Der Panamakanal verbindet in dem mittelamerikanischen Land den Atlantik mit dem Pazifik und ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Pro Jahr passieren ihn rund 14.000 Schiffe, etwa sechs Prozent des Welthandels werden durch ihn abgewickelt. Nach der Eröffnung des erweiterten Panamakanals 2016 verfügt die Wasserstraße über drei Schleusensysteme, über die die Schiffe auf das Niveau des 28 Meter über dem Meeresspiegel liegenden, künstlichen Gatún-Sees angehoben und später wieder abgesenkt werden. Seit dem Ausbau können auch große Tanker und Frachter mit bis zu 14.000 Containern durch den Panamakanal geschleust werden.

Quelle: ntv.de, chr/dpa