Wirtschaft

Satte Gewinne für Hellofresh Pandemie beschert Dax-Anwärter Rekordjahr

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Die USA sind für Hellofresh der mit Abstand größte Markt.

(Foto: picture alliance / Pacific Press)

Verschiedene Lieferdienste profitieren massiv davon, dass Menschen nicht in Innenstädten shoppen oder ins Restaurant gehen können. So auch Hellofresh. Der Kochboxen-Anbieter verdoppelt im Jahr 2020 seinen Umsatz, kann satte Gewinne einstreichen. Dennoch sind viele Anleger vorsichtig.

Mit vorbereiteten, bereits abgemessenen Zutaten und eigenen Rezepten beliefert der Kochboxenversender Hellofresh seine Kunden - und hat aufgrund der hohen Nachfrage in der Corona-Krise ein Rekordjahr verbucht. Mit 3,75 Milliarden Euro habe sich der Umsatz im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, teilte das MDax-Unternehmen in Berlin mit. Dabei macht nach wie vor das Geschäft in den USA über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Die anderen Märkte werden gemeinsam als internationales Segment gelistet.

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Dem Berliner Unternehmen, das dieses Jahr zehn Jahre alt wird, werden von Experten sehr gute Chancen für den Aufstieg in den deutschen Leitindex Dax beigemessen, über dessen Zusammensetzung noch am Abend entschieden wird. Im Gegensatz zum Dax-Neuling Delivery Hero schreibt Hellofresh inzwischen auch unter dem Strich einen Gewinn: Nach einem Verlust von rund sieben Millionen Euro im Vorjahr verdiente der Konzern nun gut 351 Millionen Euro. Im ersten Jahr der Corona-Krise verzeichnete Hellofresh weltweit rund 74,3 Millionen Bestellungen und damit fast doppelt so viele wie noch 2019.

Mahlzeiten zu Hause zuzubereiten und zu essen, habe im Jahr 2020 eine neue Bedeutung bekommen, sagte Konzernchef Dominik Richter. "Während die Pandemie im Laufe des Jahres hoffentlich abklingen wird, rechnen wir fest damit, dass Verbraucher auch weiterhin auf E-Commerce-Lösungen setzen werden, um Lebensmittel einzukaufen." Im laufenden Jahr will Hellofresh in seinen bestehenden 14 Märkten unter anderem durch neue Marken mehr Kunden von sich überzeugen. Darüber hinaus will der Konzern zwei bis drei neue Länder erschließen. Zuletzt war Hellofresh nach Schweden und Dänemark expandiert. Experten mutmaßten, dass es nach Japan und Norwegen gehen könnte. Dort suche das Unternehmen derzeit aktiv nach neuen Mitarbeitern.

Moderater Ausblick für 2021

Langfristig setzt Hellofresh darauf, die Kunden durch eine größere Auswahl, schnellere Lieferungen und wettbewerbsfähige Preise bei der Stange zu halten. In Australien, wo die Corona-Pandemie den Alltag kaum noch beeinflusst, musste Richter feststellen, dass die Kunden nun wieder häufiger Restaurants aufsuchen und etwas weniger bei Hellofresh bestellen.

Deswegen will sich das Unternehmen langfristig auch breit aufstellen und Richter zufolge ein "vollintegriertes Lebensmittelunternehmen" werden. Ein erster Test dazu läuft in den Benelux-Staaten mit Hellofresh Market, wo das Unternehmen über seine Online-Plattform 70 verschiedene Produkte von Desserts bis zu Backwaren verkauft. Wie es damit weitergeht, will Richter im Sommer verraten.

Die Investoren blieben indes skeptisch. Nach einem kurzen vorbörslichen Sprung nach oben ging es heute im frühen Handel bergab mit der Aktie. Zuletzt notierte das Papier mehr als eineinhalb Prozent tiefer als noch am Vortag. Das könnte an dem verglichen mit dem vergangenen Rekordjahr moderaten Ausblick liegen, an dem Hellofresh festhält. Mitte Dezember hatte das Unternehmen seine Prognose für 2021 erhöht: So soll der Umsatz im laufenden Jahr währungsbereinigt um 20 bis 25 Prozent zulegen.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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