Wirtschaft

Was hat Russland damit zu tun? Pipeline-Hacker: Uns geht es um Geld

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Die Colonial Pipeline führt täglich 2,5 Millionen Barrel Kraftstoffe durch die USA.

(Foto: AP)

Die Hackergruppe "Darkside" gibt an, hinter der Sabotage einer US-Pipeline an der Golfküste zu stecken. Politisch motiviert und von der russischen Regierung gesteuert sein wollen die Kriminelle allerdings nicht: "Unser Ziel ist, Geld zu machen", lassen sie verlauten.

Nach ihrem Angriff auf eine der wichtigsten Kraftstoff-Leitungssysteme in den USA hat sich die als "Darkside" bezeichnete Hacker-Gruppe auf ihrer Website zu Wort gemeldet. "Unser Ziel ist, Geld zu machen und nicht Probleme für die Gesellschaft", teilten die Mitglieder in ihrem Statement mit. Sie fügten hinzu, unpolitisch zu sein und, dass Beobachter sie mit keiner bestimmten Regierung in Verbindung bringen sollten. In der Erklärung gab es keine Hinweise darauf, wie viel Geld die Gruppe von Colonial Pipeline verlangt. Die Hacker-Gruppe reagierte bisher nicht auf Anfragen nach einem Kommentar zu dem Fall.

Die stellvertretende nationale Sicherheitsberaterin für Cyber-Technologien unter US-Präsident Joe Biden, Anne Neuberger, sagte, die Geheimdienste prüften, ob die Hacker Verbindungen zur russischen Regierung hätten. Präsident Biden erklärte am Montag vor Reportern, dass es zwar "bisher" keine Beweise gebe, dass die russische Regierung involviert sei, allerdings gebe es Beweise dafür, dass die "Darkside"-Gruppe von Russland aus gesteuert werde. Russland habe deswegen "eine gewisse Verantwortung", in dem Fall einzugreifen.

Colonial Pipeline transportiert pro Tag 2,5 Millionen Barrel an Kraftstoffen von Raffinerien an der Golf-Küste in östliche und südliche Bundesstaaten durch ihre insgesamt 8850 Kilometer langen Leitungen. Fast die Hälfte der Kraftstoff-Versorgung der US-Ostküste fließt durch diese Pipelines. Der Hacker-Angriff hatte die Pipeline am Freitag lahmgelegt. Das Unternehmen teilte mit, dass die Leitungen im Wesentlichen bis zum Wochenende wieder funktionsfähig sein sollen.

Erste Auswirkungen zeigte der Fall am Montag an den Märkten. Der Hackerangriff trieb die Rohöl- und Benzinpreise, das könnte sich auch an den deutschen Tankstellen bemerkbar machen. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich am Montag um bis zu 1,3 Prozent auf 69,20 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI gewann ähnlich stark auf bis zu 65,75 Dollar.

Quelle: ntv.de, jog/rts

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