Wirtschaft

Chinese unter Spionageverdacht Polen nimmt Huawei-Mitarbeiter fest

71da1386edc251293d092e6a8b2bb422.jpg

Huawei steht im Westen unter dem Verdacht, chinesische Spionage zu ermöglichen. Der Konzern bestreitet dies.

(Foto: REUTERS)

Westliche Staaten werfen dem chinesischen Konzern Huawei vor, seine Technik Peking für Spionagezwecke zur Verfügung zu stellen. In Polen wird ein Mitarbeiter des Telekomunternehmens festgenommen. China reagiert "außerordentlich besorgt".

In Polen ist ein chinesischer Mitarbeiter des Netzwerkausrüsters Huawei wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Ob es allerdings Verbindungen zum Konzern gibt, ist unklar. Ein polnischer Behördensprecher erklärte, es lägen bislang keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Mann im Auftrag oder mit Wissen Huaweis spioniert habe. Ebenfalls in Gewahrsam sei ein polnischer Cybersicherheitsexperte, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur PAP. Der Schritt könnte die Spannungen zwischen China und dem Westen verschärfen. Das chinesische Außenministerium erklärt, "außerordentlich besorgt" zu sein und forderte Polen dazu auf, "gerecht" zu agieren.

Huawei teilte mit, sich den Fall anzuschauen und wollte sich nicht weiter äußern. Man halte sich in den Ländern, in denen man operiere, an alle Gesetze und Regeln. Laut dem Fernsehsender TVP fand in den örtlichen Büros des chinesischen Konzerns eine Razzia statt.

Unterdessen gab die Telekomfirma Orange Polska bekannt, der polnische Inlandsgeheimdienst habe am Dienstag ihre Büros durchsucht. Es seien Materialien von einem Mitarbeiter sichergestellt worden. Laut TVP arbeitete der festgenommene polnische Cyberexperte bei Orange Polska und war vorher beim polnischen Inlandsgeheimdienst tätig. Dem Sender zufolge wurde auch die Telekom-Aufsicht durchleuchtet.

Bedenken auch in Deutschland

Westliche Geheimdienste unter Federführung der USA werfen Huawei und dem kleineren Anbieter ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen. Sie haben den Verdacht, deren Ausrüstung oder Handys könnten Spionen dazu dienen, an Staats- oder Firmengeheimnisse zu gelangen. Die Firma weist die Vorwürfe als haltlos zurück.

Australien und Neuseeland haben Huawei inzwischen vom 5G-Mobilfunk-Ausbau ausgeschlossen. Auch andere westliche Staaten wie Norwegen prüfen, ob sie Huawei-Ausrüstung in ihren Telekomnetzen weiterhin erlauben sollten. In Deutschland gibt es ebenfalls Bedenken bezüglich einer Zusammenarbeit mit Huawei. Hinter den Kulissen drängen einige Politiker darauf, über einen Ausschluss des Konzerns beim deutschen 5G-Aufbau nachzudenken.

Zuletzt war Huawei in die Schlagzeilen geraten, weil Kanada die Spitzenmanagerin Meng Wanzhou festsetzte. Sie ist die Tochter von Firmengründer Ren Zhengfei. Die Chinesin war auf Antrag der USA am 1. Dezember in Kanada festgenommen worden. Meng wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Offenbar als Vergeltung wurden daraufhin in China zwei Kanadier festgenommen.

Quelle: n-tv.de, mli/rts

Mehr zum Thema