Wirtschaft

Verkauf rumänischer Wälder Prokon-Gläubiger erhalten wieder Geld

Nach der Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon erwarten rund 56.000 Gläubiger eine weitere Rückzahlung. Ein Großinvestor hat dem neu aufgestellten Unternehmen zwei rumänische Wälder abgekauft.

Gläubiger des nach einer Insolvenz neu aufgestellten Windparkbetreibers Prokon können mit einer weiteren Rückzahlung rechnen. Durch Veräußerung von zwei rumänischen Wäldern an einen Großinvestor stünden mindestens 50 Millionen Euro zur Verfügung, die voraussichtlich ab Dezember ausgezahlt würden, erklärte die Prokon-Abwicklungsgesellschaft in Hamburg.

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Prokon war Anfang 2014 in die Insolvenz gerutscht.

(Foto: dpa)

In den Genuss der Zahlung kommen demnach jene Gläubiger, die ihre Forderungen nicht in Mitgliedsanteile der nach der Pleite neu gegründeten Prokon-Genossenschaft getauscht haben. Nach Angaben der Abwicklungsgesellschaft handelt es sich dabei um etwa 56.000 Menschen.

Für diesen Gläubigerkreis ist es nicht die erste Zahlung. Sie erhielten unter anderem schon eine Unternehmensanleihe der neuen Prokon-Genossenschaft angeboten, die bei einer Laufzeit von 15 Jahren mit 3,5 Prozent pro Jahr verzinst wird. Laut Insolvenzverwalter liegt die Rückerstattungsquote der Gläubiger bei fast 60 Prozent.

Die Abwicklungsgesellschaft ist unter der Aufsicht eines Insolvenzverwalters damit beauftragt, alle noch vorhandenen Vermögensgegenstände zu verwerten, die nicht mehr zum Kerngeschäft der neuen Prokon-Genossenschaft gehören. Das alte Unternehmen hatte unter anderem auch in eine Biodieselfabrik sowie Waldgebiete in Rumänien investiert.

Konzentration auf Planung von Windparks

Prokon war Anfang 2014 in die Insolvenz gerutscht. Weil das Unternehmen sich durch den Verkauf sogenannter Genussrechte für 1,4 Milliarden Euro auf dem grauen Kapitalmarkt finanziert hatte, gerieten rund 75.000 private Anleger in den Strudel der Pleite. Als Reaktion auf den viel beachteten Fall wurden sogar die Anlegerschutzgesetze verschärft.

Nach rund anderthalbjährigem Insolvenzverfahren hatte sich Prokon im Juli 2015 mit dem Segen der Gläubiger als Genossenschaft neu aufgestellt. Diese hatten die Wahl, in das neue Unternehmen einzusteigen und damit an künftigen Gewinnen beteiligt zu werden oder sich zumindest größere Teile ihrer Insolvenzforderung zeitnah durch die Anleihe und potenzielle Zahlungen aus der Abwicklung von Firmenaktivitäten auszahlen zu lassen.

In seiner neuen Form konzentriert sich Prokon auf die Betriebsführung und die Planung von Windparks. Derzeit betreibt das Unternehmen 57 kleinere Windpark in Deutschland und Polen. Darüber hinaus verkauft das Unternehmen Strom. Es versorgt mehr als 30.000 Endkunden. Für das Kalenderjahr 2015 meldete Prokon im Geschäftsbereich Windenergie einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von rund 66 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP