Wirtschaft

Befreiungsschlag RBS will wieder Dividende zahlen

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Zwei Cent je Anteilsschein nach zehn Jahren "Dürre": Die RBS bedenkt wieder ihre Anteilseigner.

(Foto: REUTERS)

Gut ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise will die teilverstaatlichte RBS wieder in den Club der Dividendenzahler zurückkehren. Das Ausharren der Aktionäre könnte sogar extra honoriert werden. Dem müssen noch die Behörden zustimmen.

Die Royal Bank of Scotland hat im ersten Halbjahr zwar weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Dennoch sieht sich das in der Finanzkrise teilverstaatlichte Institut nun in der Lage, erstmals seit zehn Jahren wieder Geld an seine Anteilseigner zu zahlen. Die Zwischendividende soll zwei Pence je Aktie betragen, wie das Geldhaus mitteilte. Die Aktie stieg an der Londoner Börse leicht.

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Marktteilnehmer werteten die Wiederaufnahme der Dividende als Befreiungsschlag. Die Aktie könne wieder mit einer Dividendenrendite gehandelt werden, was die Voraussetzung für den Kauf bei vielen Fonds sei, sagte ein Händler.

Das Vorsteuerergebnis im ersten Halbjahr belief sich den Angaben zufolge auf 1,83 Milliarden Pfund Sterling. Es lag damit unter dem Vorjahreswert von 1,95 Milliarden Pfund. Grund für den Gewinnrückgang war die Beilegung eines Streits mit dem US-Justizministerium über angebliches Fehlverhalten der Bank vor der Finanzkrise. Dies schlug operativ mit 801 Millionen Pfund zu Buche und trug zum fünfprozentigen Rückgang des Nettogewinns auf 888 Millionen Pfund bei.

Brexit als Gefahr

Das Institut kündigte an, der genaue Zeitpunkt der Dividendenzahlung hänge noch vom Abschluss der Einigung in den USA ab. Mit der Zeit solle die Ausschüttungsquote aber auf 40 Prozent der Gewinne angehoben werden. Auch über eine Sonderausschüttung werde nachgedacht. Eine solche müsse aber von den Behörden genehmigt werden und sei auch nicht vor 2019 zu erwarten.

Die Ausschüttung einer Dividende werde von der bereinigten Gewinnentwicklung der Bank gestützt, teilte das Institut mit. Die risikogewichteten Vermögenswerte seien weiter verringert worden. Die Kernkapitalquote habe am Ende des Quartals 16,1 Prozent erreicht.

Die Einnahmen der Bank fielen im Halbjahr um 3,1 Prozent auf 6,7 Milliarden Pfund. Die Zinsmarge habe wegen eines hohen Wettbewerbsdrucks um 3 Basispunkte auf 2,01 Prozent nachgegeben. Die Prognose für das laufende Jahr habe aber Bestand.

Konzernchef Ross McEwan warnte allerdings, dass der Brexit die Einnahmen der Bank belasten werde. Das Wachstumstempo der Wirtschaft sei das langsamste der vergangenen neun bis zehn Jahre, sagte McEwan und forderte mehr Klarheit über den Austritt Großbritanniens aus der EU. Er habe die Hoffnung aufgegeben, dass die Banken mit Sitz in Großbritannien ihre Produkte weiterhin in der gesamten Europäischen Union verkaufen könnten.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ