Wirtschaft
In Zukunft will die RTL Group noch mehr im Online-Geschäft verdienen.
In Zukunft will die RTL Group noch mehr im Online-Geschäft verdienen.(Foto: © RTL Group)
Donnerstag, 17. Mai 2018

Fußballklub drückt Gewinn: RTL Group steigert Umsatz

Im deutschen, französischen und niederländischen TV-Geschäft legt die RTL Gruppe zu. Die Erwartungen der Analysten erfüllt die Bertelsmann-Tochter aber nicht: Der konzerneigene Fußballklub macht zu große Verluste.

Der Medienkonzern RTL hat im ersten Quartal vom Digitalgeschäft profitiert und seinen Umsatz leicht gesteigert, ist aber hinter den Erwartungen von Branchenexperten zurückgeblieben. Vor allem ungünstige Wechselkurse und höhere Verluste beim konzerneigenen Fußballklub Girondins de Bordeaux haben den Gewinn geschmälert. Dank Zuwächsen im TV-Werbegeschäft hält RTL am Ausblick für das Gesamtjahr fest.

An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an: Die RTL-Aktie war mit einem Abschlag von fast 9 Prozent größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Wie die Bertelsmann-Tochter mitteilte, stieg der Umsatz um 0,8 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurse und Portfolioveränderungen erzielte RTL ein Erlösplus von 2,6 Prozent. Höhere Umsätze erwirtschaftete die Mediengruppe RTL Deutschland, der größte Bereich, sowie RTL Nederland. Der Digitalumsatz kletterte um 6,7 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um knapp 1zehn Prozent auf 205 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren unter anderem Personalwechsel und geplante Spielertransfers bei Girondins Bordeaux. Die Verluste des Fußballklubs stiegen im ersten Quartal um elf Millionen Euro. Der französische Erstligist gehört dem französischen RTL-Sender M6.

Nach RTL-Angaben wurden die Verluste bei dem Fußballklub größtenteils durch höhere Gewinne aus den TV-Geschäften in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden kompensiert. Unter dem Strich verdiente die Gruppe zum Jahresstart, auch wegen höherer Steuern, mit 111 Millionen Euro knapp ein Fünftel weniger als im Vorjahresquartal. Analysten hatten einen Gewinn von 140 Millionen Euro erwartet.

Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem moderaten Umsatzanstieg von 2,5 bis 5 Prozent. Das Ebit soll stabil bleiben, bereinigt um die Einnahmen aus einem Immobilienverkauf im vergangenen Jahr.

Bei der RTL-Mutter Bertelsmann, dessen ertragsstärkste Tochter RTL ist, sank der Quartalsüberschuss um 13 Prozent auf 172 Millionen Euro. Der Umsatz des Medienkonzerns stieg um 1,3 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Währungseffekte haben das Ergebnis wegen der Schwäche des US-Dollar mit 145 Millionen Euro belastet. Bertelsmann erzielt rund 20 Prozent seines Umsatzes in den USA.

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Quelle: n-tv.de