"Energiesystem auf Kante genäht"RWE erwartet trotz Wintereinbruch sinkende Energiepreise

Der Kälteeinbruch treibt den Gasverbrauch der Haushalte in die Höhe. Doch der RWE-Chef sieht in Deutschland keinen Versorgungsengpass - die Preise für Gas und Strom könnten sogar sinken. Doch bei einem sehr kalten Winter sei die Lage dramatischer.
Trotz des Wintereinbruchs sieht der Stromerzeuger RWE die Gas-Versorgung gesichert. "Bei einem normal kalten Winter hat Deutschland kein Problem beim Gas, die Lieferwege sind stabil. Doch das Energiesystem ist auf Kante genäht, das ist riskant", sagte RWE-Chef Markus Krebber der "Rheinischen Post". "Wenn man jeden Winter schaffen will, auch wenn es sehr kalt wird oder es Lieferausfälle gibt, ist es wichtig, die LNG-Terminals auszubauen." LNG ist Flüssiggas, das Deutschland aus mehreren Ländern erhält.
Krebber erwartet, dass die Gaspreise sinken werden. "Wir werden nach heutiger Einschätzung gut durch den Winter kommen, das erwartet auch der Markt. Und er erwartet, dass die Gaspreise in den nächsten zwei Jahren sogar sinken, weil das Angebot an Flüssiggas sich erhöhen wird", sagte der RWE-Chef.
Beim Strom erwartet Krebber in diesem Jahr sinkende Preise für die Verbraucher. "Ich gehe für 2026 von stabilen Großhandelspreisen aus. Da der Staat die Netzentgelte bezuschusst, wird es für viele Stromkunden unterm Strich 2026 günstiger werden", fuhr er fort. "Auf mittlere Frist erwarte ich stabile Preise: Erzeugung wird günstiger, Netzentgelte werden teurer."
Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass er für das neu begonnen Jahr "stabile oder sinkende" Strompreise erwarte.