Wirtschaft

Nachfrage nach Strom ist hochRWE will in den USA die KI antreiben - und die Kasse füllen

12.03.2026, 15:11 Uhr
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RWE will die Dividende um jährlich zehn Prozent steigern. (Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Bis zum Ende des Jahrzehnts will der Stromerzeuger RWE 35 Milliarden Euro investieren - die Hälfte davon in den USA. Dort ist der Stromhunger durch die KI-Rechenzentren groß. Operativ setzt sich das Dax-Unternehmen hohe Ziele - vor allem für 2027.

Der Energiekonzern RWE will in den kommenden Jahren seine Geschäfte in den USA mit Milliardeninvestitionen ausbauen und setzt dabei auch auf Gaskraftwerke. "Nicht zuletzt wegen des stark wachsenden Strombedarfs bleiben die USA unser wichtigster Wachstumsmarkt", sagte Vorstandschef Markus Krebber. Die Botschaft in den USA an die Energieunternehmen laute: "Die Nachfrage nach Strom ist so hoch, baut alles, was möglich ist, an Land." Vor allem der Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) und der damit verbundene Aufbau und Betrieb von Rechenzentren erfordert riesige Mengen an Energie. Krebber kündigte an, dass RWE bis 2031 insgesamt 35 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Stromerzeugung investieren wolle. Mit 17 Milliarden Euro sei die Hälfte in den USA geplant.

In den USA will sich der Konzern breiter aufstellen und setze neben Erneuerbaren Energien auch auf Gas. Dabei will der größte deutsche Stromerzeuger allerdings nichts überstürzen. Die ersten Anlagen könnten am Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen. Daher werde von den Investitionsplänen in Höhe von 17 Milliarden Euro wohl nur eine Milliarde auf Gaskraftwerke entfallen. Der größte Teil werde in Windenergie an Land, Solar und Batteriespeichern investiert. RWE habe hiervon derzeit in den USA zusammen eine Kapazität von 13 Gigawatt - das entspricht etwa 13 Atomkraftwerken. Der Essener Versorger will die Kapazität auf 22 Gigawatt steigern.

Die Ökostrombranche war unter US-Präsident Donald Trump massiv unter Druck geraten. Trump hatte sich unter anderem gegen den Ausbau der Offshore-Windenergie ausgesprochen. Milliardenschwere Projekte wurden mit zum Teil hohen Verlusten abgesagt. Auch RWE hatte Pläne für ein größeres Projekt auf Eis gelegt, das sich allerdings noch im Anfangsstadium befand.

Krebber äußerte sich anlässlich der Vorlage des Geschäftsberichts für 2025. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte im vergangenen Jahr zwar von 5,7 Milliarden auf knapp 5,1 Milliarden Euro, lag damit aber über Analystenschätzungen. Wie erwartet verdienten drei von vier Geschäftssegmenten weniger. Lediglich das Erneuerbaren-Geschäft an Land verbuchte steigende Gewinne. Der bereinigte Nettogewinn ging auf auf Jahressicht von 2,32 Milliarden auf 1,8 Milliarden Euro zurück.

Für das laufende Jahr peilt RWE einen operativen Gewinn zwischen 5,2 Milliarden und 5,8 Milliarden Euro an. Der Konzern profitiere unter anderem von der Inbetriebnahme neuer Wind- und Solarparks und Batteriespeichern. 2027 erwartet der Versorger dann ein bereinigtes Ebitda zwischen 6,2 und 6,8 Milliarden Euro. Für 2025 sollen die Aktionäre eine Dividende von 1,20 Euro je Anteilsschein nach zuvor 1,10 Euro erhalten. Die Dividende soll jährlich um zehn Prozent steigen - als auf 1,32 Euro für das laufende Jahr.

Bis 2031 soll das Ergebnis je Aktie auf 4,40 Euro anwachsen, teilte der Dax-Konzern weiter mit. Für 2026 prognostizieren die Essener 2,55 Euro und für das kommende Jahr dann 3,05 Euro. Zuletzt hatte RWE hier 2,50 Euro ausgewiesen. Die im Leitindex Dax notierte RWE-Aktie markierte im Handelsverlauf den höchsten Stand seit Juni 2010.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa/DJ

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