Wirtschaft

Autobranche mit Problemen RWI revidiert Prognosen kräftig nach unten

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Das außenwirtschaftliche Umfeld ist ungünstiger geworden.

(Foto: imago/Ralph Peters)

Nach anderen Wirtschaftsinstituten senkt nun auch das Essener RWI den konjunkturellen Daumen in Bezug auf Deutschland. Die Experten verzeichnen eine Abschwächung der Binnenkonjunktur. Sie erwarten auch von der Exportwirtschaft keine Impulse.

Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung ist angesichts dämpfender Effekte durch die Automobilindustrie skeptischer für das deutsche Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren. Das Essener Institut nahm seine Prognose für die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr von 1,8 auf 1,4 Prozent zurück. Für 2019 wurde die Vorhersage von 1,7 auf 1,4 Prozent und für 2020 von 1,9 auf 1,6 Prozent gesenkt. "Von den Exporten sind weiterhin keine Impulse zu erwarten, und die binnenwirtschaftliche Dynamik schwächt sich ab", erklärten die Ökonomen.

Aufgrund von Problemen in der Automobilindustrie habe sich die gesamtwirtschaftliche Dynamik im zweiten Halbjahr 2018 ausgesprochen schwach entwickelt. Dieser dämpfende Einfluss auf die Produktion werde im Jahr 2019 allmählich schwinden, und eine expansive Finanzpolitik werde Impulse geben. "Ausschlaggebend für unsere Revision ist, dass die Probleme in der Automobilindustrie sich als hartnäckiger erweisen als zunächst erwartet, und dass sich das außenwirtschaftliche Umfeld ungünstiger darstellt", sagte RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn.

Zwar dürften die Probleme in der Automobilindustrie bei der Einführung des Abgasmessverfahrens WLTP in den kommenden Monaten auslaufen und zu einem Anstieg der Pkw-Produktion führen. "Es gibt aber auch Zeichen, dass sich der Produktionstrend generell verlangsamt hat, worin sich der Dieselskandal und der sich abzeichnende Übergang zur Elektromobilität widerspiegeln könnten."

Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich nach der Prognose der Wirtschaftsforscher verlangsamen, die Arbeitslosenquote aber weiter auf 4,8 Prozent im kommenden Jahr und 4,5 Prozent im Jahr 2020 zurückgehen. Die Inflationsrate dürfte demnach in den nächsten beiden Jahren jeweils 1,8 Prozent betragen. Die öffentlichen Haushalte werden demnach 2019 und 2020 voraussichtlich Überschüsse von 37 respektive 30 Milliarden Euro erzielen.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ