Wirtschaft

Mindestens 140 Millionen Dollar Red Hot Chili Peppers versilbern Songrechte

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Anthony Kiedis und seine Bandkollegen haben den "Billboard"-Bericht bislang nicht kommentiert.

(Foto: Brent N. Clarke/Invision/AP)

In Pandemie-Zeiten fallen mit Konzerten und Festivals wichtige Einnahmequellen für Musiker weg. Dagegen boomen Einnahmen aus dem Streaming. Investoren sind bereit, Musikern für die Rechte an ihren Hits riesige Summen zu zahlen. Die Red Hot Chili Peppers haben einem Bericht zufolge zugegriffen.

Die Red Hot Chili Peppers haben die Rechte an ihren Songs verkauft: Wie das Branchenmagazin "Billboard" unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, übernimmt das britische Musik-Investmentunternehmen Hipgnosis für mindestens 140 Millionen Dollar (116 Millionen Euro) den gesamten Song-Katalog der US-Alternativrockband. Dazu gehören Hits wie "Under The Bridge", "Californication" und "Snow (Hey Oh)". Auf Anfragen für eine Stellungsnahme reagierten beide Seiten bislang nicht.

Seit seiner Gründung und der Notierung an der Londoner Börse im Jahr 2018 hat Hipgnosis bereits über eine Milliarde Dollar in Musikrechte investiert. In seinem Besitz sind Kataloge von unter anderem Neil Young, Blondie und Shakira sowie die Rechte an Dutzenden aktuellen Hits wie Ed Sheerans "Shape of You" und Bruno Mars' "Uptown Funk!".

Derzeit boomt der Kauf von Songrechten. In vielen Fällen wurden dabei schwindelerregende Preise gezahlt: So soll Bob Dylan seinen gesamten Verlagskatalog für 300 Millionen Dollar an den Musikverlag Universal Music Publishing Group verkauft haben. Frontfrau Stevie Nicks von Fleetwood Mac soll für den Mehrheitsanteil an ihrem Katalog 100 Millionen Dollar erhalten haben.

Kirche und Versicherungen investieren

Der britische Musikverlag Hipgnosis, der in den vergangenen Jahren bereits umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro für Songrechte ausgegeben hat, kündigte Ende 2020 an, noch einmal Song-Kataloge für mehr als eine Milliarde Dollar aufzukaufen. Geld in Musikrechten anzulegen, ist Mainstream geworden. Das Geld von Hipgnosis etwa kommt von Investoren wie dem Versicherungskonzern Axa und der Church of England. Auch Kleinanleger sind inzwischen auf dem Markt aktiv.

Auf der Online-Plattform Royaltyexchange.com werden nicht nur Songkataloge für Millionensummen etwa von Pensionsfonds erworben. Privatinvestoren können hier Rechte an einzelnen Songs weniger bekannter Musiker schon für wenige Tausend Dollar kaufen.

Die Verkäufe ihrer Songrechte ermöglichen es den Künstlern, sofort an Geld zu kommen - wegen der Corona-Pandemie entfallen die Einnahmen aus Auftritten.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

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