Wirtschaft

Absatzplus für deutsche Brauer Rekordsommer heizt Bierdurst an

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Deutschlands Brauereien und Bierlager profitieren merklich vom guten Wetter.

(Foto: picture alliance / Ole Spata/ZB/)

Sommer, Sonne, kaltes Bier: Das ungewöhnlich gute Wetter sorgt bei der deutschen Bier-Branche für einen angenehmen Nebeneffekt: Die Absatzzahlen steigen. Die mit der Hitze einhergehende Dürre hat für Kunden jedoch auch Nachteile.

Deutschlands Brauereien und Bierlager haben in den ersten neun Monaten des Jahres 72,7 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das war ein Anstieg von 0,8 Prozent oder 0,6 Millionen Hektoliter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Nicht enthalten sind in den Zahlen alkoholfreie Biere und alkoholfreie Biermixgetränke - der Branche zufolge zeichnet sich aber auch hier eine "hohe Nachfrage" ab.

Biermixgetränke, also Bier mit Limonade, Cola oder Säften, machten in der Zeit zwischen Januar und September mit 3,7 Millionen Hektolitern 5,1 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus, wie die Statistiker weiter mitteilten. Das war ein Plus von 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 82 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt, damit stieg der Inlandsabsatz um 0,9 Prozent.

Die Branche begründete die Zahlen vor allem mit dem sonnigen und warmen Wetter seit dem Frühjahr. Brauereien hätten Sonderschichten eingeschoben und im Sommer sei in Teilen des Landes das Leergut knapp geworden, erklärte der Deutsche Brauer-Bund. Die Branche hoffe nun auf einen milden Herbst und blicke optimistisch auf ein gutes Jahresendgeschäft. Auch die Fußball-WM könnte ein Grund für den gestiegenen Bierkonsum sein.

Kunden zahlen für Ernteausfälle

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erklärte, die Zahlen seien eine "gute Nachricht für die Branche, die bei Brauern und Mälzern für Bierlaune sorgt". Angesichts des Rückgangs der vergangenen Jahre hätten viele Großbrauereien in der Vergangenheit mit Rabattaktionen reagiert. "Doch Ramschpreise sind der falsche Weg", warnte die NGG. Stattdessen müssten Brauerei-Standorte, Markenbiere und damit auch Jobs gesichert werden.

Trotz des leichten Aufwinds kämpfen die Brauereien seit Jahren mit einem kontinuierlich zurückgehenden Absatz. Die Kunden müssen im diesen Jahr mehr für den Gerstensaft bezahlen. Wegen der Trockenheit und den daraus resultierenden Ernteausfällen ist Braugerste teurer geworden.

Quelle: n-tv.de, agr/DJ/afp

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