Wirtschaft

Rekordverlust im Corona-Jahr Renault verliert acht Milliarden Euro

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Ein schwieriges Jahr für Renault. Aufmunterung verspricht ein Ausflug im Sportwagen-Modell Alpine.

(Foto: picture alliance / abaca)

Lieferausfälle und gesunkene Nachfrage: Die Corona-Krise macht den Autobauern zu schaffen. Besonders hart trifft es im vergangenen Jahr Renault. Umsatz und Pkw-Absatz der Franzosen brechen ein. Der Konzern bangt zudem um die weitere Produktion.

Der französische Autobauer Renault sieht nach einem Milliardenverlust im Corona-Jahr 2020 Anzeichen für eine Trendwende. In der zweiten Jahreshälfte hätten sich die Verkäufe etwas gefangen, die Gewinnmarge habe sich verbessert, teilte das Unternehmen mit. Auch dank Preiserhöhungen bei einigen Modellen verdiente der Konzern im dritten und vierten Quartal wieder Geld. Der Umsatz sei zwar weiter zurückgegangen, aber nicht mehr so stark wie zuvor.

Der neue Renault-Chef Luca de Meo will den Autobauer mit einem schärferen Sparkurs und dem Umbau zu einem softwaregetriebenen Technologiekonzern in die Erfolgsspur zurückbringen. Beim Vorhaben, die Fixkosten um zwei Milliarden Euro zu reduzieren, komme Renault besser voran als angenommen, sagte er. Das Ziel könnte schon zum Jahresende erreicht sein.

Unsicherheitsfaktor Chip-Produktion

Zugleich stimmte de Meo darauf ein, dass 2021 ein weiteres schwieriges Jahr werden dürfte, nicht zuletzt wegen des Chipmangels, der der Autobranche weltweit derzeit schwer zusetzt. Der Höhepunkt der Chipkrise könnte im zweiten Quartal erreicht werden und die Produktion von 100.000 Autos beeinträchtigen.

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Die Lage sei aber schwer einzuschätzen und verändere sich von Stunde zu Stunde, hieß es aus dem Unternehmen. Engpässe bei wichtigen Halbleiter-Produkten wie Elektronik-Chips und Sensoren alarmieren auch die deutsche Autoindustrie.

Margenziel: 3 Prozent

2020 litt Renault wie der Rest der Branche unter den Corona-Maßnahmen. Unter dem Strich fiel ein Rekordverlust von acht Milliarden Euro an. Das Minus ist damit größer als von Analysten erwartet. Im Vorjahr lag der Fehlbetrag bei 141 Millionen Euro. Der Umsatz sank 2020 um gut ein Fünftel auf 43,5 Milliarden Euro.

Der französische Konzern setzte im vergangenen Jahr 2,95 Millionen Fahrzeuge ab, das war ein Minus von 21,3 Prozent. Wie im Vorjahr will der französische Autokonzern keine Dividende zahlen. Die zuletzt genannten Ziele für die kommenden Jahre bekräftigte der Konzern. So soll bis 2023 eine operative Marge im Konzern von mehr als 3 Prozent erzielt werden.

Quelle: ntv.de, shu/rts/DJ/dpa