Wirtschaft

"Inhaltsloses Umwelt-Marketing" Rewe verzichtet zeitweise auf Plastiktüten

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In Deutschland werden jährlich etwa drei Milliarden Tütchen verbraucht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie sind ein Grauen für die Umwelt und doch werden Plastiktüten in vielen Supermarkt weiterhin kostenlos angeboten. Rewe möchte das nun ändern. In einer Testphase schafft der Einzelhändler die Tüten ab und bietet für Obst und Gemüse eine Alternative.

Bei Rewe heißt es in diesem Monat "Plastikfasten": Der Lebensmitteleinzelhändler will seine dünnen Plastiktüten für Obst und Gemüse im August für sechs Tage abschaffen. Im Rahmen einer Testphase möchte die Supermarktkette die Kunden dazu anregen, weniger Plastik zu nutzen. In der Woche vom 19. bis 24. August werden in etwa 1000 Filialen in Norddeutschland und allen ostdeutschen Bundesländern nur noch Mehrweg-Netze angeboten - zwei Stück für 99 Cent.

Nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums werden in Deutschland jedes Jahr etwa drei Milliarden der dünnen Tütchen verbraucht. Auch die größeren Plastik-Einkaufstüten werden noch häufig gekauft. Laut Handelsverband Deutschland waren es im Jahr 2018 knapp zwei Milliarden Stück - das sind umgerechnet 20 Tüten pro Kopf. Das ist ein großer Fortschritt, immerhin waren es drei Jahre zuvor noch 68 Tüten pro Kopf. Ziel ist nun, die Plastiktüten in Zukunft komplett abzuschaffen.

Einige Minister hatten angekündigt, Plastiktüten deutschlandweit verbieten zu wollen. Das sei auch viel effektiver, als Plastiktüten teurer zu machen, meint Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt- und Naturschutz in der "Bild"-Zeitung: "Solange die Maßnahme den Verbraucher nicht belastet und ernsthaft davon abhält, Plastik zu konsumieren, ist das nicht mehr als Aktionismus und inhaltsloses Umwelt-Marketing."

Quelle: n-tv.de, lri/spot

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