Wirtschaft

Alternative zum Platzhirsch Wie Richard Socher mit you.com Google angreift

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Die Suchmaschine you.com will Google Konkurrenz machen.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Richard Socher ist Deutschlands Aushängeschild für Künstliche Intelligenz. Denn der Wahl-Amerikaner gehört zu den bekanntesten und renommiertesten KI-Erklärern der Welt. Jetzt will der Wissenschaftler mit seinem Startup you.com die Suchmaschinen-Welt aufmischen.

"Suchmaschinen sind unglaublich interessant und wichtig", ist Richard Socher überzeugt. Der Wahl-Amerikaner ist einer der bekanntesten und renommiertesten KI-Forscher Deutschlands. Manche bezeichnen ihn als "German Wunderkind der KI" - dem man mittlerweile am Dialekt anmerkt, dass er schon viele Jahre in den USA lebt und arbeitet.

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Richard Socher hat die Suchmaschinen-Plattform you.com gegründet.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Wir befinden uns im Informationszeitalter", sagt er im ntv-Podcast "So techt Deutschland". Es gehe darum, "Informationen nicht nur zu finden und zu suchen, sondern auch zusammenzufassen". Mit seiner eigenen Suchmaschine you.com will der Wissenschafts-Unternehmer langfristig Platzhirsch Google herausfordern.

Letztendlich seien Suchmaschinen eine der wichtigsten KI-Anwendungen, erklärt Socher. Es gehe darum, Sprache zu verstehen und die Intention einer Suche zu verstehen. Datenschutz sei dabei ein wichtiges Thema, betont er. Allerdings würden 90 Prozent der Internetnutzer Bequemlichkeit dem Datenschutz vorziehen. Deshalb bietet seine Suchmaschine ihren Nutzerinnen und Nutzern unterschiedliche Modi an, darunter optional auch einen privaten Modus, wo nichts gespeichert werde: "Eine Suche nach Restaurants in der Nähe funktioniert dann aber nicht, weil der Privatmodus gar nicht weiß, wo du bist", erklärt Socher. Der Nutzer könne entscheiden, wie privat er im Netz unterwegs sein wolle.

Persönlich findet er KI-Forschung toll, "weil es ein breites Spektrum umfasst", sagt Socher. Es gebe viele praktische Anwendungen. "In fast jeder Industrie sieht man als KI-Forscher Anwendungen, um diese Industrie effizienter, kostengünstiger und automatisierter zu machen", erklärt er. Mittlerweile sei auch sehr viel Hype dabei: "Wenn Leute mehr Geld verdienen wollen und einfach ein Label draufpacken, dann ist auf einmal jede simple Statistik KI."

Socher sorgt sich jedoch, dass viele mittelständischen Unternehmen in Deutschland den Trend gänzlich verpassten und nicht innovativ genug seien. Wenn bald China und andere Länder diese Produktion vollständig übernehmen würden, dann "wird es schwierig, dass Deutschland in der nächsten industriellen Revolution basierend auf der KI wieder weit vorne ist", warnt Socher.

So techt Deutschland

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Quelle: ntv.de

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