Wirtschaft

Festhalten an Russland-Geschäft Ritter Sport handelt sich Zorn der Ukraine ein

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Rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes macht Ritter Sport in Russland.

(Foto: dpa)

Mit der Befürchtung "ernsthafter Auswirkungen" auf das Unternehmen und die Kakaobauern rechtfertigt Ritter Sport das Aufrechterhalten der Geschäfte in Russland. Der ukrainische Außenminister Kuleba zeigt kein Verständnis und ruft zum Boykott des Schokoladenherstellers auf.

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport liefert trotz des Ukraine-Krieges weiterhin Schokolade nach Russland. Das Unternehmen habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, teilte ein Sprecher auf Anfrage in Waldenbuch mit. Ein Stopp der Lieferungen hätte zur Folge, dass die Produktion drastisch heruntergefahren werden müsste, "und damit auch ernsthafte Auswirkungen auf uns als unabhängiges mittelständisches Familienunternehmen". Letztlich wären auch die Kakaobauern davon betroffen.

Russland ist ein wichtiger Markt für den schwäbischen Schokoladenhersteller. Der Marktanteil von Ritter Sport in Russland liegt nach Firmenangaben bei sieben Prozent. Am Gesamtumsatz von Ritter Sport machten die Russland-Geschäfte etwa zehn Prozent aus.

Weiter wie bisher könne es jedoch nicht gehen, sagte der Sprecher. So habe Ritter Sport bereits Anfang März die Entscheidung getroffen und umgesetzt, "nicht weiter in den russischen Markt zu investieren sowie Werbung dort zu stoppen". Laut "Bild"-Zeitung will das Unternehmen den Gewinn aus dem Russland-Geschäft spenden.

Die Entscheidung des Unternehmens, in Russland aktiv zu bleiben, weckte auch den Zorn des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba. Bei Twitter rief er Ritter Sport zum Umdenken auf: "Hören Sie auf, Kriegsverbrechen zu finanzieren, Ritter Sport." Er versah seinen Tweet mit dem Hashtag #BoycottRitterSport.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, schrieb: "Quadratisch. Praktisch. Blut" - in Anlehnung an den Werbeslogan von Ritter Sport. Und: "Klar: man darf mit einem Aggressor-Staat keine Geschäfte machen & mit Blut-Steuern die Kriegskasse Putins füllen. Schade, dass sich so viele geizige Unternehmen an ihrem Profit in Russland festklammern. Sie werden es bitter bereuen, auf der falschen Seite der Geschichte zu sein."

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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