Wirtschaft

Geschäftsmodell vor dem Aus Robinhood-Aktie bricht ein

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Die Trading-App Robinhood wirbt mit provisionsfreiem Handel. Geld macht der Broker mit PFOF, das bei Regulierungsbehörden schon länger umstritten sind.

(Foto: STRF/STAR MAX/IPx)

Das Geschäftsmodell von Robinhood ist schon länger umstritten und in einigen Ländern auch bereits verboten. Nun liegt auch bei der US-Börsenaufsicht SEC "ein Verbot auf dem Tisch". Das schickt die Aktie der bei Kleinanlegern beliebten Trading-App ins Minus.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat ein komplettes Verbot des PFOF-Geschäftsmodells beim Wertpapierhandel ins Spiel gebracht und damit die Aktie von Robinhood auf Talfahrt geschickt. SEC-Chef Gary Gensler sagte der Finanzzeitung "Barron's", ein Verbot von "Payment for Order Flow" (PFOF) "liege auf dem Tisch". Die SEC prüfe die Praxis und könnte in den kommenden Monaten Empfehlungen vorlegen, hieß es in dem Bericht weiter.

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Robinhood 39,59

Die bei Kleinanlegern beliebte Trading-App Robinhood schloss anschließend knapp sieben Prozent im Minus. Die US-Firma erzielt mehr als drei Viertel des Umsatzes über PFOF. Die Titel des Unternehmens Charles Schwab, das ebenfalls das Verfahren einsetzt, gaben um fast 3,2 Prozent nach.

Bei PFOF leiten Brokerhäuser Aufträge ihrer Kunden meist an große Häuser weiter, weil diese auf ihren außerbörslichen eigenen Handelsplattformen oft bessere Kurse bieten als bei einer Platzierung der Order direkt an der Börse. Im Gegenzug erhalten sie von den großen Brokern Rabatte oder Zahlungen.

PFOF schon länger umstritten

PFOF ist bei Regulierungsbehörden wegen möglicher Interessenkonflikte schon länger umstritten und in Kanada, Großbritannien und Australien verboten. Die SEC untersucht unter anderem, ob PFOF Broker dazu animiert, die Aufträge nicht zu den Handelshäusern mit den besten Kursen, sondern zu denen mit den höchsten PFOF-Zahlungen weiterzuleiten.

Bereits Ende Juli warnte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets vor Robinhood: "Robinhood ist wohl eines der heißesten Eisen an der Börse, an dem sich Anleger die Finger verbrennen könnten". Denn ein "eventuell nicht nachhaltiges Geschäftsmodell mit hochvolatilen Umsatzströmen steht einem riesigen Kundenstamm mit der Fantasie für neue Geschäftsfelder gegenüber".

Der Billig-Broker, der mit seiner einfach zu bedienenden App einer jüngeren Generation von Anlegern den Weg zum US-Finanzmarkt geebnet hat, war erst Ende Juli an die Börse gegangen. Die App wirbt mit provisionsfreiem Handel.

Quelle: ntv.de, abe/rts/dpa

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