Wirtschaft

Rennen um Hämophilie-Therapie Roche kauft für Milliarden zu

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Gentherapien bietet wohl einen vielversprechenden Ansatz zu Behandlung von Hämophilie.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Der Schweizer Pharmariese Roche nimmt im Wettlauf um die Behandlung von Blutgerinnungsstörungen viel Geld in die Hand. Die nun übernommene Firma hat vielversprechende Ansätze - zuletzt aber einen Rückschlag erlitten.

Roche steigt mit einer 4,3 Milliarden Dollar schweren Übernahme in das Rennen um die Entwicklung einer Gentherapie gegen die Bluterkrankheit ein. Der Schweizer Pharmakonzern kauft das US-Unternehmen Spark Therapeutics, das eine Gentherapie gegen Hämophilie (Bluterkrankheit) entwickelt, wie die Firmen mitteilten. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der das Blut der Patienten nicht gerinnt. Läuft alles nach Plan, soll der Deal noch im zweiten Quartal über die Bühne gehen.

Mit dem Zukauf baut Roche sein Portfolio an Behandlungsmöglichkeiten für die Krankheit aus: Das Unternehmen vertreibt bereits das Mittel Hemlibra gegen Hämophilie. Zum anderen sichert sich der Schweizer Konzern damit seine Position in der Entwicklung von Gentherapien, die als große Zukunftshoffnung zum Kampf gegen diverse Krankheiten gelten. An der Entwicklung einer Gentherapie gegen Hämophilie versuchen sich bereits Konkurrenten wie Biomarin Pharma, Uniqure NV und Sangamo.

"Das Hämophilie-Programm von Spark Therapeutics könnte eine neue Therapiemöglichkeit für Menschen werden, die mit der Krankheit leben", sagte Roche-Chef Severin Schwan. Die Eidgenossen bezahlen 114,50 Dollar je Spark-Aktie in bar - das entspricht einer Prämie von 122 Prozent auf den Schlusskurs der Aktie. Allerdings hatte die Spark-Aktie zuletzt an Wert verloren, nachdem das Unternehmen einen Rückschlag bei der Entwicklung der Gentherapie hinnehmen musste. Eine Phase-3-Studie soll noch im laufenden Jahr starten.

Das US-Unternehmen hat bereits eine Gentherapie zur Behandlung einer seltenen Erbkrankheit, die zur Erblindung führt, auf dem Markt. Die Therapie Luxturna kostet 850.000 Dollar pro Patient. In den USA wird sie von Spark vertrieben, in anderen Teilen der Welt vom Roche-Konkurrent Novartis.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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