Wirtschaft

Niedrigzins bremst deutsche Sparlust Rücklagenlücke wird immer größer

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Weniger auf der hohen Kante als geplant: Die Deutschen reagieren auf den Niedrigzins.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Jeder Deutsche will einer Umfrage zufolge fast 300 Euro im Monat sparen. Wirklich zurück legt er aber deutlich weniger. Den Grund dafür sehen Experten im niedrigen Zinsniveau. Das birgt zugleich mehrere ernsthafte Gefahren.

Die extrem niedrigen Zinsen drücken zusehends auf die Sparneigung der Deutschen. Wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) auf Grundlage einer jährlich durchgeführten Umfrage von TNS-Infratest berichtete, erreichen die Sparer in Deutschland im laufenden Jahr demnach ihre selbst gesteckten Sparziele nur zu durchschnittlich 64 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 71 Prozent.

Im Schnitt halten die Bundesbürger es demnach für erforderlich, monatlich 287 Euro auf die hohe Kante zu legen, um sich ihre Wünsche erfüllen zu können. Den tatsächlichen Sparbetrag beziffern sie hingegen auf 185 Euro. Damit sei 2013 die Sparlücke der Bundesbürger - also die Differenz zwischen dem als erforderlich angesehenen Betrag und dem tatsächlichen Ersparten - deutlich von 69 Euro im Vorjahr auf 102 Euro gestiegen.

Belastung für private Altersvorsorge

"Als Folge des niedrigen Zinsniveaus sparen die Bürger weniger. Die Anreize zum langfristig  ausgerichteten Vorsorgesparen sind momentan zu schwach", sagte BVR-Vorstand Andreas Martin. Das könne zu ernsthaften Belastungen bei der privaten Altersvorsorge führen.

Die Zinsen für Anlagen in sichere, festverzinsliche Produkte wie Termingelder, Spareinlagen oder auch Bundesanleihen liegen infolge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich unter der Inflationsrate. Dadurch ist die reale Verzinsung, das heißt Zinsen minus Inflation, negativ - die Sparer verlieren Geld. Bankexperten sprechen dabei auch von einer "Realzinsfalle".

Nach jüngsten Berechnungen der Postbank kosten die extrem niedrigen Zinsen Sparer hierzulande Milliarden: So verlieren die Sparvermögen bei Banken in Deutschland allein in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro an Wert. Sollte die Inflationsrate im kommenden Jahr auf 2,0 Prozent ansteigen, würde sich die reale Entwertung auf 21 Milliarde Euro erhöhen. Derzeit liegt die Teuerung bei 1,9 Prozent.

Quelle: ntv.de, bad/dpa

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