Wirtschaft

Vom Krieg schwer getroffen Russische Luftfahrt verliert Millionen Passagiere

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Im Juli und August wird sich der Passagierschwund der russischen Luftfahrt wohl fortsetzen.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Erst schwinden die Passagierzahlen in der Corona-Krise, dann setzt der Angriff auf die Ukraine der Flugbranche Russlands in Form von Flugverbotszonen zu. Der Kreml will nun die Branche staatlich unterstützen.

Die russische Luftfahrtbranche verliert allein durch die im Zuge des Ukraine-Kriegs von Moskau erlassenen Flugverbote in Südrussland im laufenden Jahr 19 Millionen Passagiere. Das sei etwa ein Fünftel der geplanten Gesamtbeförderungszahlen, berichtete die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" unter Berufung auf das Verkehrsministerium.

Die Luftfahrtbranche ist einer der am schwersten vom Krieg getroffenen Sektoren in Russland. Der Luftraum über Europa und Nordamerika ist für Russland gesperrt. Die westlichen Sanktionen verbieten zudem die Lieferung und Wartung von Boeing- und Airbus-Maschinen, die das Rückgrat der russischen Fluggesellschaften bilden. Moskau hat daher eilig die Umregistrierung vieler Maschinen beschlossen und den Flugverkehr in eine Reihe von Staaten aus Angst vor Beschlagnahmung der Jets eingestellt.

Darüber hinaus hat die russische Regierung seit Februar wegen der anhaltenden Kampfhandlungen Flugverbote über dem Süden des eigenen Landes verhängt. Elf Flughäfen können nicht angesteuert werden, darunter die in den Schwarzmeerkurorten Anapa und Gelendschik sowie der in Simferopol auf der von Russland seit 2014 annektierten Krim. Dies hat insbesondere in den Urlaubsmonaten gravierende Folgen: Im Juni fehlten den Airlines so 2,7 Millionen Fahrgäste, im Juli und August droht ein Fehlbetrag von 3,2 und 3,3 Millionen Passagieren. Die russische Führung hat den Fluggesellschaften Staatshilfen über 100 Milliarden Rubel (1,7 Milliarden Euro) zugesagt.

Russische Fluglinien wie Aeroflot hatten bereits im Zuge der Corona-Krise bis Anfang 2022 einen starken Rückgang der Passagierzahlen um rund ein Drittel zu verzeichnen. Mit den USA, der EU, Großbritannien und Kanada sind die lukrativsten Märkte gesperrt.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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