Wirtschaft

Debatte über Nord Stream 2 Russland findet US-Einmischung "dreist"

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Blick auf die Baustelle der Empfangsstation der Ostseepipeline "Nord Stream 2" bei Lubmin nahe Greifswald.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland missfällt den USA. Wiederholt fordert Washington, dass Berlin das Milliarden-Projekt fallen lässt. Auch mit Sanktionen wird gedroht. Russlands Außenminister Lawrow findet dafür klare Worte.

Russland wirft den USA vor, sich in das mit Deutschland betriebene Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 einzumischen. Dies sei "schlicht dreist", sagte Außenminister Sergej Lawrow. Ein Beispiel seien die regelmäßigen Äußerungen des US-Botschafters in Berlin, Richard Grenell. "Er verlangt, dass die deutsche Regierung ihre Position ändert und gegen ihre eigenen Interessen handelt", so Lawrow bei einem Treffen mit Mitgliedern des Internationalen Rates für Zusammenarbeit und Investitionen.

Grenell hatte die Bundesregierung aufgefordert, ihre Unterstützung für die im Bau befindliche Ostsee-Pipeline einzustellen. Später drohte er in einem Schreiben an deutsche Unternehmen mit einem "erheblichen Sanktionsrisiko" für diejenigen, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt sind.

Die mehr als 1200 Kilometer lange Gasleitung vom russischen Vyborg durch die Ostsee nach Greifswald stößt in den USA auf massive Kritik. Die US-Regierung argumentiert, dadurch werde die Abhängigkeit Mitteleuropas von russischer Energie steigen. Die neue Gasleitung soll jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland nach Deutschland transportieren. Nach Unternehmensangaben wurden bereits mehr als 1000 Kilometer der beiden Leitungsstränge verlegt. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant.

Das elf Milliarden Euro schwere Projekt wird von Russlands staatlichem Energiekonzern Gazprom getragen. Der russische Gasgigant verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile. Rund die Hälfte der Finanzierung stammt von Uniper, der BASF-Tochter Wintershall, Shell, der österreichischen OMV und der französischen Engie. Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt wichtig, weil die Bundesregierung den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken bis 2038 beschlossen hat.

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Quelle: n-tv.de, ddi/rts

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