Wirtschaft

Steuerliche Vorteile Ryanair schluckt maltesische Airline

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Ryanair will Mitarbeiter und Flugzeuge auf die neue maltesische Tochter ummelden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit dem Kauf von Malta Air vergrößert sich die Billigfluggesellschaft Ryanair. Für die Iren hat die Übernahme des ehemaligen Partners auch steuerrechtliche Vorteile. Schlechte Nachrichten gibt es hingegen von Seiten der Gewerkschaften - dem Konzern drohen neue Streiks.

Europas größter Billigflieger Ryanair verleibt sich nach der österreichischen Laudamotion eine weitere kleine Fluggesellschaft ein. Dazu übernehmen die Iren ihren jungen maltesischen Start-up-Partner Malta Air, wie sie in Dublin mitteilten. Dann will Ryanair sechs eigene Boeing-Maschinen und 200 Besatzungsmitglieder auf den neu erworbenen Flugbetrieb übertragen und die dortige Flotte ausbauen. Zudem will Ryanair in Deutschland, Frankreich und Italien stationierte Flugzeuge und Besatzungen auf die maltesische Tochter ummelden. Der Deal soll bis Ende Juni umgesetzt werden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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Hintergrund ist den Angaben zufolge das unterschiedliche Steuerrecht in den einzelnen Staaten. So müssen die Besatzungen der in Dublin angemeldeten Flugzeuge ihre Einkommen den Angaben zufolge bisher in Irland versteuern. Durch die Anmeldung der Jets auf die maltesische Tochter könnten sie dies künftig in ihren Heimatländern tun. Ryanair wolle dazu in den kommenden Jahren mehr als 50 weitere Maschinen in Malta registrieren, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. In Malta gibt es bereits eine Airline mit ähnlichem Namen: Die nationale Fluggesellschaft des Landes heißt Air Malta.

Neue Streiks drohen

Ungemach droht Ryanair derweil von Seiten der Gewerkschaften. Nach Angaben von Arbeitnehmerorganisationen gebe es bei dem irischen Unternehmen und Lufthansa-Tochter Eurowings eine hohe Bereitschaft zu Arbeitskampfmaßnahmen. Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, über 80 Prozent der befragten Mitglieder unter den Flugbegleitern seien bereit, sich an Streiks zu beteiligen, um die gesetzlichen Standards zu erreichen. Bei der Pilotengewerkschaft BALPA sollen sich 90 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder für Streiks ausgesprochen haben.

Ryanair war bereits 2018 durch zahlreiche Streiks unter Druck geraten. Der Konzern wies den schwächsten Gewinn seit vier Jahren aus. Der Billigflieger erkannte daraufhin die Gewerkschaft BALPA an und einigte sich zudem mit vielen Arbeitnehmervereinigungen in Europa über Löhne und Zulagen. Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte zuletzt, er erwarte es zwar nicht, aber er könne dennoch in diesem Sommer streikbedingte Störungen nicht vollständig ausschließen.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/rts

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