Wirtschaft

Ausblick für Kreditwürdigkeit S&P stuft Türkei auf "negativ" herab

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Der Westen betrachtet das Geschehen in der Türkei mit Sorge.

(Foto: AP)

Die Ratingagentur Standard & Poor's senkt nach dem gescheiterten Putschversuch die Kreditwürdigkeit der Türkei um eine Stufe. Die Bonitätsnote wird von bisher "BB+" auf "BB" reduziert. Auch Moody's und Fitch sehen das Land nur noch knapp über "Ramsch".

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Türkei wegen der politischen Turbulenzen nach dem Putschversuch herabgestuft. Die Agentur kappte den Ausblick von "stabil" auf "negativ". Zur Begründung nannte die Agentur die zunehmende Polarisierung der Politik in dem Nato-Staat. Die türkische Lira fiel zum Dollar nach der Ausblick-Herabstufung auf ein Rekordtief von 3,077.

Es sei mit einer Periode der erhöhten Unsicherheit zu rechnen, schrieben die Experten. Das könnte Investoren davon abhalten, ihr Geld in der Türkei anzulegen.

Bereits am Montag hatten die konkurrierenden Ratingagenturen Moody's und Fitch erklärt, sie prüften derzeit die Kreditwürdigkeit der Türkei. Das Land liegt bei beiden Ratingagenturen schon jetzt nur noch eine Stufe über Ramschniveau.

Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Nacht zum Samstag wurden in der Türkei tausende Menschen festgenommen, denen eine Nähe zu den Putschisten nachgesagt wird. Zudem wurden rund 50.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes entlassen oder suspendiert, darunter tausende Richter und Staatsanwälte und mehr als 15.000 Bedienstete des Bildungssektors. Am Mittwoch verbot der türkische Hochschulrat allen Universitätslehrkräften und Wissenschaftlern Dienstreisen ins Ausland.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa/rts

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